Doch ließ er sich nicht stören, und obwohl ihm der Schweiß in den Kragen lief und sein feines Batisthemd von Öl- und Rußflecken strotzte, zwängte er ruhig mit der umgekehrten Axt das Brett zwischen die Seitenteile der Treppe.

„Ich wollte nur melden, daß meine Frau heute unpäßlich ist und nicht singen kann.“

John Russel schlug gleichmütig einen Nagel ein.

„Soll ich einen Doktor schicken?“

„Nein ... sie braucht nur Ruhe ... Einen, zwei Tage Ruhe.“

John Russel verzog den Mund.

„Ich brauche auch Ruhe ... habe noch nichts im Magen. Sitze seit sechs Uhr früh in dem Kasten ...“

„Wo sind denn Ihre Leute?“

„Meine Leute? Ich hab’ keine. Meine Leute sind meine zehn Finger, die streiken wenigstens nicht. Vor zwei Jahren habe ich hier einem verdammten Nigger meine Faust in den Magen gejagt, weil er angesoffen auf die Bühne kam zur letzten Vorstellung. Heute wollen sich die Kerls rächen! Verlangen den doppelten Lohn. Da kennen sie John Russel und seine zehn Finger aber schlecht!“

Altmann sah auf seinen Rock, auf seine gepflegten, arbeitsentwöhnten Finger.