„Ja, natürlich, sing’ doch ein bißchen was“, munterte Alwin Maurer auf.
Ein paar nette, warme Töne mußte sie — ihrem Lachen nach zu urteilen — im Leibe haben. Er sang selbst gerne, war eine Zeit lang Mitglied eines Männergesangvereins gewesen und begleitete Luise Altmann oft in die Konzerte, zu denen ihre Herrschaft ihr zeitweilig ihre Plätze überließ.
„Alwin versteht sehr viel“, flüsterte Adele, laut genug, daß Karla es hörte.
„Ich kann heut’ nicht singen ... nein ... wirklich nicht ....“
Man nahm es als übliche Ziererei und beachtete es nicht. Alwin Maurer räumte das Stehalbum und die zwei Vasen mit künstlichen Blumen von dem schwarzen Pianino.
„Soll ich die Kerzen anzünden? ... Nein ... das Gas brennt wohl hell genug ....“
Er blies Karla den Rauch seiner Zigarre ins Gesicht, ohne es zu merken.
„Ich will doch nicht singen“, murmelte sie.
Wie konnte ihr Mann sie zwingen! Nie hätte sie das von ihm gedacht — nie!
„Komm, komm ....“