„Wenn sie Pflege braucht, so bitte ich um Urlaub ... Man kann das Wurm doch nicht verkommen lassen ...“
Mit dem Wurm meinte Luise Altmann das Kind, für das die Schwestern jetzt schon eine gewisse Zärtlichkeit empfanden, weil es ihnen den Bruder näher brachte.
In ihrem Getuschel entging es ihnen völlig, daß Karlas Stimme nach dem sechsten Takte umkippte.
„Macht nichts, macht nichts“, beruhigte Dr. Alwin Maurer gutmütig. „Vielleicht hat dich mein Rauch gestört.“
Er legte die Zigarre aufs Fensterbrett.
„Nur keine Gêne ... fang’ ruhig wieder an!“
Altmann war rasend. Sogar das Tuscheln der Schwestern entging ihm vor Arger über Karla.
„So paß doch auf!“
Wie ein ungezogenes, durch zu viel Freiheit verzogenes Kind war sie, das nach den ersten Schulferien kaum noch die Buchstaben erkennen will. Er schlug den Takt mit dem Fuß, Alwin Maurer mit der Hand ...
Karlas Augen füllten sich mit Tränen ohnmächtiger Wut.