Um fünf Uhr klingelte er seinem Diener und hieß ihn seine Sachen für den Nachtschnellzug nach London zu packen und den Wagen für halb neun vors Tor zu bestellen. Er war entschlossen, keine Nacht mehr in Selby Royal zu schlafen. Es war ein Ort voll böser Vorzeichen. Der Tod ging dort am hellen Tage um. Das Gras des Waldes war mit Blut befleckt.
Dann schrieb er ein Billett an Lord Henry, in dem er ihm mitteilte, daß er in die Stadt fahre, um den Arzt zu konsultieren, und ihn bat, seine Gäste in seiner Abwesenheit zu unterhalten. Als er die Zeilen in ein Kuvert legte, klopfte es an die Tür, und sein Diener meldete ihm, daß ihn der Hegemeister sprechen wolle. Er runzelte die Stirn und biß sich auf die Lippen. „Lassen Sie ihn eintreten“, murmelte er nach einigem Zögern.
Während der Mann eintrat, holte Dorian sein Scheckbuch aus einer Schublade hervor und legte es vor sich hin.
„Sie kommen vermutlich wegen des Unglücksfalles von heute morgen, Thornton“, sagte er und nahm eine Feder auf.
„Ja, Herr“, antwortete der Hegemeister.
„War der arme Kerl verheiratet? Hatte er Angehörige zu versorgen?“ fragte Dorian mit einem müden Gesicht. „Wenn sich's so verhält, möchte ich nicht, daß sie in Not zurückbleiben, und ich will ihnen jede Summe schicken, die Sie für notwendig halten.“
„Wir wissen nicht, wer es ist, gnädiger Herr. Deshalb war ich so frei, herzukommen.“
„Sie wissen nicht, wer es ist?“ sagte Dorian zerstreut. „Wie meinen Sie das? War es nicht einer von Ihren Leuten?“
„Nein Herr. Ich hab' ihn mein Lebtag nicht gesehen. Er sieht aus wie ein Matrose, gnädiger Herr.“