„Nein“, antwortete die Mutter mit gelassener Miene. „Er hat uns seinen wirklichen Namen noch nicht verraten. Ich finde das sehr romantisch von ihm. Wahrscheinlich ist er ein Herr von Adel.“

James Vane biß sich auf die Lippen. „Wache über Sibyl!“ schrie er. „Wache über sie!“

„Mein Sohn, du verletzt mich ungemein. Sibyl steht unablässig unter meiner besonderen Obhut. Natürlich, falls dieser Herr vermögend ist, sehe ich den Grund nicht ein, um einer Verbindung mit ihm auszuweichen. Ich bin fest davon überzeugt, er gehört zur Aristokratie. Er sieht ganz so aus, muß ich sagen. Es wird eine brillante Partie für Sibyl werden. Sie würden ein entzückendes Paar abgeben. Seine Schönheit ist wirklich ganz bedeutend; sie fällt jedem auf.“

Der junge Mann brummte etwas in sich hinein und trommelte mit seinen dicken Fingern gegen die Fensterscheibe. Er hatte sich gerade umgewandt, um etwas zu sagen, als die Tür aufging und Sibyl hereinflitzte.

„Was macht ihr beide denn für ernste Gesichter!“ rief sie aus. „Was gibt's denn?“

„Nichts“, antwortete er. „Man muß auch mal ernst sein. Adieu, Mutter; ich will um fünf essen. Alles ist gepackt bis auf die Hemden; du brauchst dich also um nichts mehr zu kümmern.“

„Adieu, mein Sohn“, antwortete sie mit einer Verbeugung gemachter hoheitsvoller Würde.

Sie war äußerst gekränkt durch den Ton, den er ihr gegenüber angeschlagen hatte, und in seinem Blick lag etwas, das ihr Angst eingeflößt hatte.

„Gib mir einen Kuß, Mutter“, sagte das Mädchen. Ihre blütengleichen Lippen berührten die welken Wangen und wärmten ihre Frostigkeit.

„Mein Kind! Mein Kind!“ rief Frau Vane und schaute zur Decke auf, als suchte sie in ihrer Einbildung eine Galerie.