Ich bin ganz zufrieden mit meiner Tochter. Sie hat recht getan. Und ich möchte jetzt hier bleiben.
Herodes steht auf
Ah! Da spricht meines Bruders Weib! Komm! Ich will nicht an diesem Orte bleiben. Komm, sag ich dir! Sicher, es wird Schreckliches geschehen. Manasseh, Issachar, Osias, löscht die Fackeln aus! Ich will all die Dinge nicht sehen, ich will nicht leiden, daß all die Dinge mich sehen. Löscht die Fackeln aus! Verbergt den Mond! Verbergt die Sterne! Wir wollen uns selber im Palast verbergen, Herodias. Ich fange an zu erzittern.
Die Sklaven löschen die Fackeln aus. Die Sterne verschwinden. Eine große Wolke zieht über den Mond und verhüllt ihn völlig. Die Bühne wird ganz dunkel. Der Tetrarch beginnt die Treppe hinaufzusteigen.
Die Stimme der Salome
Ah, ich habe deinen Mund geküßt, Jochanaan; ich hab ihn geküßt, deinen Mund. Es war ein bitterer Geschmack auf deinen Lippen. Hat es nach Blut geschmeckt?... Nein; doch schmeckte es vielleicht nach Liebe... Sie sagen, daß die Liebe bitter schmecke... Doch, was tut’s, was tut’s? Ich habe deinen Mund geküßt, Jochanaan, ich hab ihn geküßt, deinen Mund!
Ein Strahl des Mondlichts fällt auf Salome und beleuchtet sie.
Herodes wendet sich um und erblickt Salome
Man töte dieses Weib!