Im Dünnschliff erweist er sich als ein entschieden grobkörnigeres Gemenge von Plagioklas und Augit, in dem der reichliche Gehalt an grossen Apatitnadeln auffällt. Die Plagioklase sind fast vollständig in schuppige Aggregate von glimmer- und kaolinartigen Substanzen, sowie Calcit verwandelt, aus dem augitischen Gemengtheil ist hier vorzugsweise eine feinfaserige bläulich-grüne Hornblende — Uralit — hervorgegangen, die unter Verwischung der ursprünglichen Augitumrisse sich vielfach auch in die kaolinisirten Feldspathe eingedrängt hat. Wie sonst erscheinen auch hier Chlorit und Epidot, letzterer namentlich auf kleinen Adern als Neubildungen; auch der nicht seltene Quarz macht entschieden den Eindruck eines secundären Productes. Accessorisch ist neben den erwähnten Apatiten noch Titaneisen in ziemlich grossen Täfelchen vorhanden, von denen, in Folge der, den Blätterdurchgängen folgenden allmählichen Umwandlung in weisse körnige Titanitsubstanz, mehrfach nur skelettartige Reste übrig geblieben sind.
Die Familie der Diabasmandelsteine ist durch zwei Vorkommen aus Uha vertreten, nämlich von
1. »Uschingo, Uha, 13. Okt. 1892, 10h 31 a. m.«,
und
2. »Uha, 14. Okt. 1892, 8h 31 a. m.«
Es sind das äusserlich einander sehr ähnliche, feinkörnige, grünlich-braune Gesteine, von denen das zweite laut einer Notiz auf der Etikette »schalige Struktur« besitzt, die sich allerdings an dem sehr kleinen, zur Untersuchung vorliegenden Splitter nicht erkennen lässt. Im mikroskopischen Bilde macht sich die Neigung zu porphyrartiger Struktur durch grössere Ausbildung einzelner Feldspathe bemerkbar; die Umwandlung des Augits hat in dem letzteren Gestein vornehmlich Chlorit, der sich pigmentartig in der ganzen Gesteinsmasse vertheilt hat, und erdige Eisenoxydhydrate geliefert, während in dem Uschingo-Gestein andererseits wieder Epidot vorherrscht. Wo sich hier Reste von Augit erkennen lassen, zeigt dieses Mineral die lichtgrüne Farbe des Salits, und es scheint daher, mit Rücksicht auf die analogen Verhältnisse in den oben geschilderten leukophyrähnlichen Diabasen, als ob die eisenarmen bezw. eisenfreien, kalkhaltigen Diabasaugite mehr zur Umwandlung in Epidot neigten, während die eisenreicheren — wie es sich eigentlich auch erwarten lässt — sich lieber in Chlorit und Hornblende umbilden. Der Verwitterungsgrad ist bei beiden Gesteinen ein sehr hoher, denn auch die Feldspathe sind fast gänzlich kaolinisirt; die Hohlraumausfüllungen bestehen aus Quarz, Epidot und Chlorit, wobei der erstere in der Regel unmittelbar über der Gesteinsmasse dünne Krusten bildet, die radialfaserige, polyedrisch begrenzte Chloritaggregate umschliessen. Magnetitkörnchen, häufig zu kreuzförmigen, skelettartigen Gebilden aneinander gereiht, sind sehr reichlich in dem Diabasmandelstein Nr. 2 vorhanden und liegen hier meist in einer trüben, schmutzig-braunen, gekörnelten Masse, die ganz den Eindruck einer veränderten Glasbasis macht; in dem Gestein von Uschingo dagegen ist Magneteisen spärlicher, um so häufiger dafür Titaneisen in den charakteristischen rhomboedrischen Blättchen und, wie zerhackt aussehenden, unregelmässigen Gestalten.
Gabbro's, also Plagioklasgesteine, in denen der gewöhnliche Augit durch Diallag vertreten wird, wurden gesammelt in
1. »Meatu, Bach 10h 44 a. m., 19. Juni 1892«,
2. am »Abfall zur Wemberesteppe, 12. Dezember 1892«,
3. »Kakono-Bach, Ussui, 25. August 1892, 10h 25 a. m.«