Und Johann nickte stumm. Er begann wieder Stellung zu suchen.

Umsichtig und resolut wie sie war, machte sich aber auch Anna auf die Suche und an einem Tag kam sie freudig an und sagte: "Die Rienken will mich fürs Büfett. Ich kann gleich anfangen, sagt sie. S'ist ein gutes Lokal.—Was meinst du?—Unser Geld ist weg und mit einer Stellung für dich wird's noch eine Zeitlang dauern. Jetzt kannst du auch mit aller Ruhe suchen."

Das leuchtete ein. Johann nickte wieder.

"Die Rienken? Wo ist denn das?" fragte er dann weiter.

Anna begann von einer Bar "Tip-Top" zu erzählen.

"In der Quergasse," berichtete sie geschäftiger, "die Rienken kenn' ich schon lang. Ist eine nette Person. Es verkehren massenhaft Gäste dort, nur bessere Leute. Nicht so allerhand, von Hinz bis Kunz. Lauter Stammgäste… Na, was sag' ich—Fabrikbesitzer, Beamte und so Leute. Wer weiß, man kann ein gutes Geld machen, braucht sich nicht abzuschinden und kann schließlich auch für dich was ausfindig machen,—wie meinst du?"

Johann Krill glotzte stumpf in ihre Augen.

"Na, so hör doch, du—Patsch, hör doch!—Und die Rienken ist eine gute Person, steht zu einem," redete Anna weiter und rüttelte ihren Mann schmeichelhaft, begann wieder ihr siegendes Lachen und küßte ihn.

"Das ist—also wieder—das Alte," sagte Johann endlich. Nachdenklich, schwerfällig.

"A—aber geh doch, Tolpatsch! Keine Rede davon! Wer sagt denn davon was! Ich bin doch nur hinterm Büfett—nu ja, nu ja, wenn schon einer mal zu tappen anfängt und mir ein Gläschen bezahlt, Herrgott—das ist doch kein Weltuntergang," beruhigte ihn Anna und fuhr fort: "Sieh mal—Ware sind wir nun ein für allemal, ob so oder so—ob du in die Fabrik gehst oder ob ich—was anderes mache. Es kommt immer nur darauf an, daß wir uns die Sache möglichst leicht machen, daß wir noch was wegschnappen für unseren Komfort!"