PRIESTER (am Altar).... Hostiam puram, hostiam sanctam, hostiam immaculatum ...[3]
LUCREZIA (teilt aus einer Tüte Confetti an ihre jüngeren Geschwister aus.)
PRIESTER (am Altar).... Panem sanctum vitae aeternae, et Calicem salutis perpetuae....[4]
Die Jüngeren scheinen sich um die Confetti zu streiten; einiges fällt zu Boden; sie eilen sich, es aufzuheben; man hört Raufen und Schimpfwörter; Stühle werden gerückt; die Damen benehmen sich um die Kleinen; die Herren mahnen zur Ruhe; der Papst schaut hinüber und lächelt; von rückwärts wiederholte "Pst—Pst!".
PRIESTER (am Altar, mit lauter Stimme).... Per omnia saecula saeculorum[5].
DIE ANWESENDEN (mechanisch murmelnd). Amen.
CESARE ist von seinem Stuhl aufgestanden und begibt sich hinter die Lehnen seines Vaters, des Papstes, zu dem herübergebeugt er sich längere Zeit halblaut unterhält; die Damen fangen ebenfalls unter sich ein halblautes Gespräch an; die Kleinen, wieder beruhigt, molfern an ihren Confetti.
PRIESTER (am Altar halblaut). Agnus Dei, qui tollis peccata mundi...[6]
Bei diesen Worten ist DAS WEIB plötzlich auf die Schwelle des rückwärtigen Portals getreten. Hinter ihr sieht man eine schwarze Gestalt verschwinden. Sie ist in der gleichen naiv-zauberhaften Attitüde wie oben im Himmel und trägt dasselbe weiße, jugendlich-züchtige Gewand wie damals, von dem eine von der Beleuchtung der Kerzen unabhängige Helle auszugehen scheint.
PRIESTER (vollendet).... miserere nobis![7]