»Vater, möchtest du dies Haus haben?«

»Nicht geschenkt!« versetzte ich mit Nachdruck. Es war eine sogenannte »Villa« im denkbar schauerlichsten Maurermeisterstil.

»Ich möcht' es haben!« hauchte sie sehnsuchtsvoll.

»Nanu?« rief ich. Ich sah mir unwillkürlich den Zementphantasieschrank noch einmal an. »Warum denn?«

»Dahinter ist 'n Stall,« sprach sie andachtsvoll.

Das Verhängnis ging seinen Gang wie in einem Schicksalsdrama. Nachbarkinder, mit denen Roswitha gelegentlich spielte, bekamen eine Ziege zum Geschenk.

Das hatte ein Gutes: wenn Roswitha weder im Hause noch im Garten zu finden war, wir brauchten uns nicht zu ängstigen, wir brauchten nur zu der nachbarlichen Ziege zu gehen, da war sie. Sie mußte von der Ziege weg zum Essen, sie mußte von der Ziege weg ins Bett geschleift werden.

Und eines Morgens beim Frühstück begann sie:

»Vater, ich weiß was. Unten im Keller haben wir doch so 'ne große Bücherkiste, nicht?«

»Ja!«