Ein Indianer-Anzug.
×××××××Das Versprechen, das ich im Sommer wieder auf 14 Tage eine Ziege haben darf.
(Die sieben Kreuze sollten diesen Wunsch entsprechend hervorheben.)
Ueber eines bin ich vollkommen beruhigt: Dieses Kind wird in seinem Leben etwas erreichen, wenn auch vielleicht keine vollkommen tadellose Orthographie.
Und über noch eines bin ich mir vollkommen klar: Sie ist ein Weib. Wenn es nicht ohnedies feststünde – ihr Kampf um die Ziege macht ihre Weiblichkeit evident. Ich habe erwogen, ob ich diese kleine Geschichte nicht überschreiben solle:
»Die Ziege« oder »Das Weib«.
In Roswithen ist jenes Weibliche der Lady Macbeth, das einen rauhen Kriegsmann herumkriegt, jenes Weibliche der Gräfin Terzky, das ein Loch in einen Wallenstein bohrt, jenes Weibliche der Kriemhild, das einen Attila bezwingt. Gewiß: Roswithens gutes, weiches Herz wird niemals zum Hochverrat, wird niemals zum Königs- und Burgundenmord aufstacheln; aber »formal« ist sie eine Lady Macbeth. Natürlich ist ihre Weibnatur noch unentwickelt. Sie würde noch unumwunden zugeben, daß sie sich sehnlichst eine Ziege gewünscht habe. Ein vollkommenes Weib wird sie erst dann sein, wenn sie auf die entsprechende Vorhaltung weit aufgerissenen, starr blickenden Auges und nach zehn Sekunden staunenden Verstummens ausrufen wird:
»Ich mir eine Ziege gewünscht? Ich? Aber keine Idee, Liebling! Wie kommst du nur darauf?!«