Agnes Elisabeth breitete ein Paket bunter Seidenfäden auf dem Tisch aus. Weiche Seide in altmodischen Farben, wie man sie in Urgroßmutters Stickkörben findet. Sie begann, die Fäden auseinanderzuwirren. Es war eine schwierige Arbeit; alle Augenblicke blieb die Seide an ihren rauhen Händen haften.

»Warum tust du das?« fragte Julie. »Das muß doch langweilig sein?«

Agnes Elisabeth hielt ein paar Fäden mit den Zähnen fest und zog an den Strähnen.

»Das werden schöne glatte Zöpfe! Ich muß daran denken, wie ich früher Evelyns Haar abends einflocht.«

Julie stellte sich vor, wie Peter dies wohl malen würde: das blasse Gesicht, das rote Haar, die rieselnden Lindenschatten, die bunte Seide und das fahl-sonnige Zwischenlicht.

»Es ist auch eine so nette Unterhaltung,« sagte Agnes Elisabeth langsam. »Gesche sagt auch ...«

»Bist du oft mit Marianne zusammen?«

Agnes Elisabeth lachte.

»Weißt du, sie ist dick geworden; sie findet mich nicht so leicht!«

»Versteckst du dich vor ihr?«