Das Dorf lag hinter ihnen. Links und rechts von der Chaussee streckte sich die Heide, die endlose, flimmernde Heide. Stahlblaue verglaste Gräben mit fetter Moorerde an den Rändern, kleine Getreidestriche, hin und wieder eine Birke, die ihre weißen Glieder dehnte. Darüber der Himmel wie eine riesige, in weißer Glut schwingende Glocke. Craner sah sich um.
»So unrecht haben die Mädels eigentlich nicht, wenn sie sich von diesem Fleck Erde nicht trennen wollen!«
Es kam keine Antwort. Nur Sophies Kleid rauschte.
Das Stationsgebäude träumte abseits an einem Seitenwege. Davor ein Laternenpfahl, über und über mit Rosen bewuchert, darunter ein kläffender Köter, auf der Bank vor dem Haus eine eingenickte Bauernfrau, in der Tür würdig der Vorsteher.
»Hier sieht es allerdings sehr nach Anregung aus!« meinte Laura Bassemann. »Sie werden schon noch verkommen.«
»Sie hätten sie auch nicht davor bewahrt!« sagte der Rechtsanwalt gereizt.
Fräulein Bassemann hob ihren Kleiderrock hoch, daß man die weißen baumwollenen Strümpfe leuchten sah, und beguckte sich ihren steifgestärkten Unterrock.
»Netter Staub!«
Dann kam die Sekundärbahn lärmend durch die Heide daher. Die drei stiegen ein. Sophies ruhiges Gesicht sah noch einmal durch das Coupéfenster. Dann setzte sich die kleine Maschine wieder in Bewegung. Die vier Wagen klapperten einträchtig hintereinander her. Die Heide nahm sie auf. Eine weiße Wolke nickte noch einmal herüber. Der Vorsteher schob die rote Mütze zurück und trat ins Haus. Die Sonne schien weiter.