für etwas ganz Neues, dem Freimaurerbunde Eigentümliches! Es wäre wirklich unglaublich, wenn es nicht erwiesenermaßen wahr wäre! Mit heiligem Ernste muß man zu hunderten von Malen wiederholen hören, die
allein sei der heilige Boden, auf welchem sich Männer aller Religionen, Nationen und Stände treffen; man muß es sogar von solchen begeistert ausrufen hören, welche einzelne dieser Menschenklassen vom Bunde ausschließen, — und die große Menge der Brr. denkt nicht daran, daß dasselbe in nichtmaurerischen Gesellschaften in noch viel weitherzigerm Maße der Fall ist!
Und aus diesem dünkelhaften Wahne stammt denn auch das unglückselige Not- und Hilfszeichen. Dasselbe kann und wird niemals einen andern Sinn haben, als daß man nur Brrn. helfen müsse, anderen Menschen aber nicht. Derjenige, der auf das N. u. H. Z. hin helfend eingreift, würde also in demselben Falle nichts tun, d. h. unter Umständen den Betreffenden ruhig zu Grunde gehen lassen, wenn derselbe kein Maurer wäre! Soll das irgend etwas mit Humanität zu tun haben? Steht da der verächtlich behandelte „Profane“ der ohne Zeichen und Ausweis als Mensch hilft, nicht weit höher? Ein Br., der als Soldat den, der das Zeichen macht, schont, den Andern aber niederhaut, — ein Br., der als Lootse ein Schiff mit der dem Zeichen gleichstehenden maurerischen Notflagge[6] (Z. u. W. auf blauem Grunde) rettet, das eines Nichtmaurers aber untergehen läßt, — handelt er aus irgend welchen menschlichen Regungen, aus humanem Pflichtgefühl, und nicht vielmehr aus ungern und zögernd beobachtetem Logengehorsam?
Wir halten daher das N. u. H. Z. für eine ganz inhumane und daher, weil Humanität der Inhalt der freimaurerischen Form ist, auch unmaurerische Erfindung und befürworten die gänzliche Abschaffung dieser ohnehin veralteten und unpraktischen, vor allem aber die Humanität fälschenden und höhnenden Einrichtung.
Ist ein Br. in äußerer persönlicher Gefahr — — und nur diesen Zweck hat das N. und H. Zeichen — so reicht bei sittlich zuverlässigen Menschen der Hilferuf vollkommen aus.
Wir haben nichts mehr beizufügen, als die Hoffnung, die Brr. möchten immer mehr erkennen, daß sie nicht besser sind als andere Menschen, daß niemand das Recht hat, andere als „profan“ zu verachten und daß wir Freimaurer höhere Pflichten und einen höhern Beruf haben, als längst breitgetretene und überall bekannte moralische Lehren immer noch breiter zu treten und zum Überdruß zu wiederholen und uns selbst zu betören, daß damit etwas Verdienstliches geschehe, ohne daß jedoch darin der mindeste Nutzen für irgend jemanden bewirkt wird!
[6] Diese hat indessen noch mehr Berechtigung, indem sie die Nähe von Brüdern anzeigt.
6. Die Zieraten.
Mit unsern Gunsten, sei’s mit unserm Willen,