Die nur in England auf dem T. abgebildete Jakobsleiter gilt als Sinnbild des Weges zum Himmel. Sie erscheint dort mit 3 Sprossen, während sie nach der Legende vom Traume des flüchtigen Betrügers Jakob, da auf ihr die Engel auf- und abstiegen, deren unzählige haben müßte. An diesen Traum schließt sich der Vertrag Gottes mit Jakob, dem unverdienterweise die noch heute nicht erlangte Weltherrschaft seines Volkes verheißen worden wäre, sofern er (wenn er sich besserte!) die Gebote Gottes getreu erfüllte. Nach dem englischen Ritual ruht die Leiter auf der Bibel, um den Lehrling zu erinnern, daß er nur mit Hilfe der Bibel den Weg zum Himmel finden werde! Die drei Sprossen sollen Glauben, Liebe, Hoffnung bedeuten. Der geistliche Schriftsteller Honorius (um 1100) nahm zehn Stufen (Städte, wie er sie nannte) auf der Himmelsleiter an, die er nach soviel „freien Künsten“ benannte: Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Musik, Geometrie, Astronomie, Physik, Mechanik und Ökonomik (vergl. oben [S. 22] die 7 fr. K. u. [S. 8] die Ansicht des Celsus vom Mithrasdienste).

Wie im 1. Gr. die Jakobsleiter, so nimmt das engl. System im 2. Gr. die Wendeltreppe aus dem Tempel Salomos (1. Kön. 6,8) als Weg zu Höherem, hier zur Erforschung der Geheimnisse der Wissenschaft an und gibt ihr 3 Stufen (Geburt, Unwissenheit und Lehre) oder 5 (die Ordnungen der Baukunst) oder 7 (nach den Planeten, den Tagen der Woche, den Jahren des Tempelbaues u. s. w.). Die Gesamtheit dieser Stufenzahlen (15) hat ebenfalls sinnbildliche Bedeutung, indem sie bei den in ein Quadrat gestellten 9 Ziffern in jeder Richtung als Summe herauskommt.

8 1 6
3 5 7
4 9 2

Zu den Zieraten der Loge zählen wir auch deren Abzeichen. Als Farben der Freimaurerei (in den 3 alten Graden) sind blau (Treue) und weiß (Unschuld) anerkannt. Es kommen auch Farben einzelner Grade und Logen vor, sowie die 4 Farben der Stiftshütte, welche die 4 Elemente bedeuten (weiß die Erde, purpur das Wasser, blau die Luft und scharlach das Feuer). In den Hochgraden spielen noch mehr Farben eine Rolle. Auch freimaurerische Banner oder Fahnen gibt es bei den in Amerika üblichen öffentlichen Aufzügen, in den Hochgraden, in französischen Logen u. s. w., in Deutschland bei Festlichkeiten am Logenhause (blau mit Zirkel und Winkelmaß). Wappen und Siegel haben wohl alle Logen mit einem Sinnbilde oder einer den Namen der Bauhütte ausdrückenden Figur.

b) Der Brüder.

Was die Logenmitglieder außer ihrem gewöhnlichen Anzuge während der Arbeit tragen, wird meist schlechtweg die maurerische Bekleidung genannt. Wenn Schauberg aus diesem Ausdrucke schließt, daß der Schurz, der den wichtigsten und ältesten Teil der maurerischen Bekleidung bildet, ursprünglich die einzige Bekleidung der Menschen gewesen, so ist die Schlußfolgerung überflüssig; man braucht nur die Leute vom Volke auf ägyptischen oder babylonischen Wandbildern (sogar die Könige des Nillandes) und die heutigen Eingeborenen der meisten tropischen Länder anzusehen, um davon überzeugt zu sein. Der Maurerschurz, der seit 1723 bezeugt ist, also wohl schon seit Gründung des Bundes (1717) gebräuchlich war, stammt einfach von den Steinmetzen und ist daher an sich schon ein Nachweis vom wahren Ursprunge der Freimaurerei. Daß er sauberer ist, als jener der Handwerker, hat seinen einfachen Grund im Mangel an rauher Arbeit bei seinem Tragen. Seine weiße Farbe und sein Stoff (Lammfell) bedeuten die Unschuld, mit welcher der Mensch ins Leben tritt (was ja die Aufnahme versinnbildlicht), und die mit den Graden an Umfang zunehmende blaue Verzierung die zunehmende Treue gegen den Bund und seine Grundsätze. Dem pomphaften Wesen der Hochgrade entspricht es, daß diese die Schurze zu einer Art maurerischer Bildergalerie machen.

An manchen Orten gehört auch, oder gehörte früher, aber in den ersten Zeiten des Bundes noch nicht, der aufgesetzte Hut als Zeichen des freien Mannes, wird aber, weil oft lästig, immer mehr weggelassen. Ihn und den Schurz sogar bei der Tafelloge zu tragen, ist eine unnütze, die Heiterkeit störende Quälerei, die, wo sie noch besteht, abgeschafft werden sollte.

Zur maurerischen Bekleidung gehören ferner Bänder, in den alten Graden blaue, an denen die Beamtenabzeichen und die Logenzeichen (diese öfter im Knopfloch) getragen werden; besondere Auszeichnungen fügen Goldstickerei dazu. An Großlogenversammlungen tragen Schurzeinfassungen und Bänder oft die Landesfarbe (in der Schweiz rot und weiß).

Jünger als der Schurz sind die ebenfalls weißen Handschuhe, zum Zeichen, daß die Hände von Schuld rein sein sollen. Außer seinen eigenen erhält der neu Aufgenommene noch ein Paar weiße Frauenhandschuhe, je nach seinem Stande für seine wirkliche oder künftige oder zum Andenken an die hingeschiedene Gattin, womit gezeigt wird, daß die Loge die Ehe hochhält und auch den Schwestern eine gewisse Zugehörigkeit zum Bunde zuerkennt.

Am Sommerjohannisfeste, also in der Zeit der höchsten Blüte des Tageslichtes, einem wahren Lichtfeste, werden den Brüdern frische Rosen ausgeteilt, als Sinnbilder der Jugend, Schönheit, Liebe, Freude und Verschwiegenheit. Diese Bedeutungen hatte die Königin der Blumen schon im Altertum, und schon damals wurde die Zeit des längsten Tages als ein Fest des Sonnengottes gefeiert. Auch der Tag selbst hat seine Bedeutung als derjenige eines Mannes, der einen größeren, den Heiland der Welt, das höchste Licht der Menschheit, verkündet, dessen Geburt, deren Tag unbekannt ist, gerade um ein halbes Jahr früher, an die Stelle derjenigen des Sonnengottes (natales Solis invicti d. h. Geburtstag der unbesiegten Sonne) gesetzt wurde, also in die Zeit, in der die Tage wieder länger werden und eine Zunahme des Lichtes bevorsteht.