Viererzug am Schlosse von Kapurthala
Finanzministerium zu Kapurthala
Indische Verkehrsmittel. Oben: Ochsenfuhrwerk. Unten: Postwagen
Eine Reise durch eine von Hungersnot betroffene Gegend ist für jeden Weißen mehr als eine Tortur. Die zum Gerippe abgemagerten Menschen schwanken wie bewußtlose Schatten in dem heißen, hellen Sonnenlicht oder liegen teilnahmslos in irgendeiner Ecke, am Rande der Straßen, im Schatten der Häuser, und doch ist es nicht möglich, ihnen zu helfen. Viele von ihnen gehen lieber zugrunde, als ein Stück Brot aus der Hand eines kastenlosen Europäers anzunehmen, da ihre Kastenvorschriften es ihnen verbieten, Nahrung zu genießen, die Menschen außerhalb der Kastengemeinschaft berührt haben.
Mag dieser Charakter des Inders auch noch so sehr durch die Umstände seines Landes bestimmt und durch die Geschichte in seiner ganzen Unzulänglichkeit verstärkt worden sein, die Lasten, die er beklagt, hat er selbst geschaffen. Die Leiden, unter denen er seufzt, sind von seinen eigenen Händen sorgsam und liebevoll mit sonderbaren Verzierungen und verschlungenem Rankenwerk hergestellt worden. Und wer einmal Einblick in die geistige Beschränktheit, die nackte Selbstsucht und Gewinngier der großen Masse in Indien getan hat, kann der von den Engländern überall den Indern gegenüber zur Schau getragenen Überhebung, nicht nur als Mittel zum Zweck, sondern ganz objektiv durchaus nicht eine gewisse Berechtigung absprechen.