M 2 dext. (Fig. 22). Die Höcker des zweiten rechten Molaren sind nur im mesialen Teile derart abgekaut, daß lingual und buccal je ein Dentinkern sichtbar wird. Bei dem beträchtlichen Umfange des übrigen (distalen) Teiles der Kaufläche ist daher, zumal die abgetrennte Krone von M 2 sin. deutlich fünf Höcker erkennen läßt, zu vermuten, daß hier ebenfalls weitere drei Höcker zur Ausbildung gelangten. Eine Stütze für diese Annahme bietet das Röntgenbild, das, namentlich wenn man die Glasplatte gegen das Licht hält, am Dach der Pulpakammer distalwärts zwei Höcker dicht nebeneinander erkennen läßt, die eine ähnliche Anordnung der beiden buccodistalen Höcker wie bei M 1 dext. vermuten lassen, während der fünfte linguodistal stehende Höcker auf dem Röntgenogramm verdeckt wird. Bezüglich der Schmelzfurche läßt sich noch folgendes erkennen: Die Längsfurche ist in der Mitte durch eine quere Schmelzleiste durchbrochen, welche auf beiden Seiten von einer Querfurche begrenzt ist. Die vordere Querfurche gabelt sich buccal- und lingualwärts, die hintere in distaler Richtung, wobei sie sich zum Schluß nochmals gabelt. Die vordere Querfurche setzt sich auf der buccalen Außenwand der Zahnkrone bis zur Basis fort. Maße: Kronenlänge 5,2; Kronenbreite 12,7; Kronendicke 12,0 mm.
M 2 sin. (Fig. 31 a u. b). Die Kaufläche des zweiten linken Molaren gehört, wie insbesondere das Pulpadach deutlich erkennen läßt, dem Fünfhöckertypus an. Die Längsfurche beginnt mit einer mesial gerichteten Gabelung, verläuft dann lingualwärts gebogen bis zur Querfurche, die wie bei M 2 dext. von einer Querleiste begrenzt wird. Die Längsfurche setzt sich distal von dieser fort, zuerst buccal-, zum Schluß distalwärts sich gabelnd.
Von unten betrachtet, zeigt das Pulpenkammerdach fünf den Höckern entsprechende Ausstülpungen, die eine kreuzförmige Erhebung umgeben. Der distale Längsschenkel des Kreuzes ist länger als der mesiale und weicht gegen die Zungenseite hin ab. Die Verteilung der Einsenkungen ist aus der Abbildung Fig. 31 b ersichtlich. — Maße: Kronenlänge 6,0; Kronenbreite etwa 12,9; Kronendicke etwa 11,0 mm.
M 3 dext. (Fig. 22). Der dritte rechte Molar zeigt den Fünfhöckertypus. Die im mesialen Teile der Kaufläche stark vertiefte Längsfurche grenzt durch eine Umbiegung nach der lingualen Seite hin den Zungenhöcker von dem Wangenhöcker deutlich ab. Buccalwärts von dieser Biegung findet sich ein Grübchen. Die Längsfurche wird durch eine auf der Abbildung nicht so deutlich hervortretende Querleiste unterbrochen, von welcher distal eine Querfurche verläuft, die sich auf die buccale Fläche der Zahnkrone fortsetzt; auch lingual kerbt sie den Seitenrand deutlich ein. Sie zeigt mehrere kleine Verästelungen. Die Fortsetzung der Längsfurche gabelt sich bereits in einer Entfernung von 1,2 mm von der Querfurche. Die ebenfalls nur 1,2 mm langen Schenkel dieser rechtwinkeligen Gabelung erreichen nicht den Rand der Krone. Man sieht aber an der Seitenwand derselben noch Andeutungen einer Abgrenzung des Höckers, dessen Verschwinden offenbar auf die Abkauung zurückzuführen ist. Bemerkenswert ist noch, daß dieser fünfte Höcker genau am distalen Ende des Zahnes gelegen ist, während er sich bei M 1 dext. mehr der buccalen Seite zuneigt. Die auf der Abbildung an der buccalen Seite befindliche dunkle Stelle ist nicht vertieft, wie es den Anschein haben könnte, sondern schwarz gefärbt, während die Dentinkerne auf den anderen Molaren rostbraun sind. — Die Kaufläche dieses Zahnes läßt eine größere Zersplitterung, als bei M 1 u. 2 erkennen, ähnlich wie dies auch am Weisheitszahn des recenten Europäers beobachtet werden kann. — Maße: Kronenlänge 5,3; Kronenbreite 12,2; Kronendicke 10,9 mm.
M 3 sin. (Fig. 23). Der dritte linke Molar ist stärker abgekaut als der rechte. Infolgedessen ist die Zeichnung der Furchen undeutlicher. Die Längsfurche liegt näher der lingualen, als der buccalen Seite. Die Querfurche liegt mehr im distalen Teil der Kaufläche. Sie geht auf der Wangenseite bis zur Schmelzgrenze hinab, während sie auf der Zungenseite nur den Rand einschneidet. Die Längsfurche verläuft nicht in kontinuierlicher Tiefe, sondern sie wird von der Querfurche durch zwei Querleisten nahezu aufgehoben. Zwischen diesen Querleisten und vor der mesialen findet sich jeweils ein Grübchen. — Maße: Kronenlänge 5,1; Kronenbreite 11,5; Kronendicke 11,3 mm.
II. Tabellen der Maße und Vergleichszahlen.
Alle Maße in Millimeter.
| Totale Länge | Kronenlänge oder -höhe | Kronenbreite (mesiodistaler Durchmesser) | Kronendicke (labiolingualer Durchmesser) | Labiolingualer Wurzeldurchmesser | Mesiodistaler Wurzeldurchmesser | ||||
| J 1 inf. | |||||||||
| ([Taf. VIII]. Fig. 25 u. 26) | |||||||||
| Homo | Heidelberg. | dext. | 23,2 | 7,5 | stark abgekaut | 5,5 | 7,1 | 7,2 | 4,2 |
| » | » | sin. | — | 6,9 | 5,0 | 7,1 | 7,2 | 4,1 | |
| Krapina[XXIV.] | 26,0 | 10,2 | im Gebrauch gewesen | 6,2 | 8,1 | — | — | ||
| Spy | I[XXV.] | — | — | sehr stark abgekaut | 4,0 | 7,0 | — | — | |
| » | II | 22,5 | 5,5 | 6,0 | 7,5 | — | — | ||
| Ochos | dext.[XXVI.] | — | — | 5,0 | 7,5 | — | — | ||
| » | sin. | — | — | 5,0 | 7,7 | — | — | ||
| Recenter Europäer | |||||||||
| nach | Mühlreiter [XXVII.] | 18–27 | 7,9–11,5 | 4,7–6,3 | 5,2–6,8 | — | — | ||
| » | Black[XXVIII.] | — | 7,0–10,5 | 5,0–6,0 | 5,5–6,5 | — | — | ||
| J 2 inf. | |||||||||
| (Fig. 24 u. 27) | |||||||||
| Homo | Heidelberg. | dext. | — | 8,0 | stark abgekaut | 6,0 | 7,8 | 7,9 | 4,5 |
| » | » | sin. | — | 8,2 | 6,3 | 7,7 | 7,6 | — | |
| Krapina | 26,5 | 10,0 | im Gebrauch gewesen | 7,5 | 8,2 | — | — | ||
| Spy | I | — | — | sehr stark abgekaut | 5,0 | 7,0 | — | — | |
| » | II | — | 6,0 | 6,0 | 8,0 | — | — | ||
| Ochos | dext. | — | — | 6,5 | 8,0 | — | — | ||
| » | sin. | — | — | 5,5 | 8,2 | — | — | ||
| Recenter Europäer | |||||||||
| nach | Mühlreiter | 19–29 | 8,2–11,8 | 5,0–7,2 | 5,4–7,2 | — | — | ||
| » | Black | — | 7,0–12,0 | 5,0–6,5 | 6,0–7,5 | — | — | ||