Meistens brauchten die Klöster keinen Schutz; die Äbte und Prälaten waren große Herren, welche Lehnsleute hatten, die ihnen zu allerlei Diensten verbunden waren, wie auch Leibeigene. Oft war es bei diesen Lehnsleistungen übrigens nur auf einen gnädigen Spaß abgesehen, der mitunter sehr mittelalterlich derb war.
Der Lehnsmann eines Klosters zu Bologna musste jährlich dem Abt einen Topf mit Reis und einem Huhn darin bringen und diesen Sr. Hochwürden unter die Nase halten, denn - er war nur den Dampf davon schuldig.
Ein Bauernhof in Soest in Westfalen hatte die Verpflichtung, dem Dominikanerkloster alljährlich ein Ei auf einem vierspännigen Wagen zu bringen. - Im Quedlinburgischen mussten Bräute den Herren Pfaffen ihren "Stech- oder Bunzengroschen" zahlen und im Paderbornschen eine Bockshaut liefern. - Mehreren schwäbischen Klöstern mussten die Bräute einen kupfernen Kessel geben, "so groß, dass sie darin sitzen konnten", und die Beweisführung war natürlich das Hauptgaudium für die frommen Herren.
Die Gräfin Hidda von Eulenberg ließ sich von den Witwen, die wieder heirateten, einen Beutel ohne Naht mit zwei "Schreckenbergern" darin liefern, und unfruchtbare Eheleute mussten im Hildesheimschen alljährlich, wegen des Abgangs an Taufgeld, damit man mit ihrem Unvermögen Geduld habe, einen "Geduldshahn" opfern.
Die Fuchsnatur der Pfaffen offenbarte sich auch in ihrer Lüsternheit nach Hühnern und ihre Lehnsleute mussten davon herbeischaffen, soviel sie nur immer konnten. Es gab Haupt- und Leibhühner, Rauchhühner, Erbzins- und Fastnachtshühner, Pfingst-, Sommer-, Herbst-, Ernten-, Wald-, Garten-, Heu- und Ehrenhühner! Audubon hat diese Hühnerarten in seiner Naturgeschichte der Vögel vergessen; doch waren sie ja auch nur in Europa zu Hause, und Gloger, als er sein treffliches Werk schrieb, hätte sich darum bekümmern sollen.
Manche Äbte und Bischöfe unterhielten Heere, wie es Fürsten nicht vermochten. Der Bischof Galen von Münster hatte 42.000 Mann Infanterie, 18.000 Reiter und die schönste Artillerie, und die meisten Klöster waren verbunden, ein mehr oder minder bedeutendes Kontingent zu den Truppen des Landesbischofs stoßen zu lassen. Als die Reformation und die Revolution die Klöster gehörig angezapft hatte, da wurde dies manchem schwer genug, und eine Äbtissin schrieb an die Kreisdirektion: "dass sie und ihre Kanonissinnen im letzten Krieg so von den Franzosen zugerichtet worden, dass sie nicht im Stande seien, auch nur einen halben Mann aufsitzen zu lassen."
Ehe wir nun einen Blick in die Klöster tun, wollen wir einmal prüfen, welchen Nutzen die Mönche der Welt brachten. Wir werden leider finden, dass dieser zu dem Übel, dessen Ursache sie waren, so wenig im Verhältnis steht, dass er fast ganz und gar verschwindet.
Die Verteidiger des Mönchswesens machten geltend, dass durch Mönche das Christentum in die fernsten Weltteile getragen wurde. Es ist das ein sehr zweifelhaftes Verdienst, denn das Mönchs-Christentum brachte mehr Fluch als Segen, wohin es auch immer kam, namentlich aber solchen Völkern, die unter dem Einfluss eines ewig milden heiteren Himmels sich gebildet hatten und für welche das scheußliche Mönchs-Christentum mit seinen trübseligen asketischen Ansichten eine moralische Unmöglichkeit war. Das erste Kloster wurde 1525, also vier Jahre nach der Eroberung von Mexiko, gebaut und 10 Millionen unglücklicher Indianer wurden dem blutigen Pfaffengott als Opfer geschlachtet!! Ähnlicher Art waren die Wirkungen des durch Mönche verbreiteten Christentums fast überall. Die Marianneninseln wurden früher von 150.000 glücklichen Naturkindern bewohnt, und im Laufe der Zeit wurden sie durch christliche Krankheiten, Trunksucht und das Franziskaner-Evangelium auf 1500 elende, Christen genannte Subjekte reduziert.
Um auch dem Teufel zu geben, was ihm gebührt, will ich wenigstens bemerken, dass die Jesuiten, welche sich viel mit dem Missionswerk beschäftigten, neben dem vielen Schlechten, dessen Urheber sie sind, in manchen Gegenden der Erde segensreich wirkten, so dass das Untergehen ihrer Missionen zu beklagen ist, wie zum Beispiel in Südamerika, an den Ufern des Amazonenstroms und des Orinoko.
Das Missionswesen, wie es von Katholiken und Protestanten betrieben wurde und zum Teil noch betrieben wird, ist ein an der Menschheit begangenes himmelschreiendes Unrecht, welches ich ein Verbrechen nennen würde, wenn ihm nicht, großenteils wenigstens, ehrlich-dummer Glaubenseifer zu Grunde läge. Die protestantischen Missionare, besonders diejenigen, welche von dem puritanischen England auszogen, haben vor den Mönchen nur allein das voraus, dass ihr Fanatismus weniger blutig war. Die Bewohner der Freundschaftsinseln lieferten die schlagendste Illustration zu dieser Behauptung, die jedem in die Augen fallen muss, der die Schilderungen der dort lebenden Indianer vor und nach Einführung des Christentums liest. - Männer wie Dr. Livingstone sind unter den Missionaren sehr selten. Er und die wenigen ihm gleichgesinnten Männer sind ein Segen für die Menschheit; allein ihr geläutertes Christentum würde wenige Gnade finden vor den Augen der Inquisition oder selbst vor orthodoxen englischen Christen. Ich nenne hier Dr. Livingstone und die ihm gleichgesinnten Männer, da es ein bitteres Unrecht sein würde, sie in den Tadel einzuschließen, der den größten Teil derjenigen trifft, welche sich wie sie "Missionare" nannten und nennen.