Es sind nur Keime einer solchen Gesamtauffassung, die in diesem Buche sichtbar werden, einer Auffassung, die den Weltanschauungen Platos, Kantens und des Christentums am nächsten steht. Aber die wissenschaftliche, psychologisch-philosophische, logisch-ethische Grundlegung mußte ich mir zu einem großen Teile selbst schaffen. Vieles zwar, dessen nähere Ausführung nicht möglich war, gedenke ich demnächst eingehend zu begründen. Wenn ich dennoch gerade auf diese Partien des Buches hier ausdrücklich verweise, so ist es, weil mir an der Beachtung dessen, was über die tiefsten und allgemeinsten Probleme in ihm ausgesprochen ist, noch mehr liegt, als an dem Beifall, welchen die besondere Anwendung auf die Frauenfrage allenfalls erwarten könnte.

Sollte es den philosophischen Leser peinlich berühren, daß die Behandlung der höchsten und letzten Fragen hier gleichsam in den Dienst eines Spezialproblemes von nicht übergroßer Dignität gestellt scheint: so teile ich mit ihm das Unangenehme dieser Empfindung. Doch darf ich sagen, daß durchaus das Einzelproblem des Geschlechtsgegensatzes hier mehr den Ausgangspunkt als das Ziel des tieferen Eindringens bildet. So erfloß reicher Gewinn aus seiner Behandlung auch für das Problem der Genialität, des Unsterblichkeitsbedürfnisses und des Judentumes. Daß die umfassenden Auseinandersetzungen schließlich dem Spezialproblem zugute kommen, weil es in um so mannigfachere Beziehungen tritt, je mehr das Gebiet sich vergrößert, das ist natürlich. Und wenn sich in diesem weiteren Zusammenhange herausstellt, wie gering die Hoffnungen sind, welche Kultur an die Art des Weibes knüpfen kann, wenn die letzten Resultate eine vollständige Entwertung, ja eine Negation der Weiblichkeit bedeuten: es wird durch sie nichts vernichtet, was ist, nichts heruntergesetzt, was an sich einen Wert hat. Müßte mich doch selbst ein gewisses Grauen vor der eigenen Tat anwandeln, wäre ich hier wirklich nur Zerstörer, und bliebe nichts auf dem Plan! Die Bejahungen des Buches sind vielleicht weniger kräftig instrumentiert worden: wer hören kann, wird sie wohl aus allem zu vernehmen wissen.

Die Arbeit zerfällt in zwei Teile: einen ersten, biologisch-psychologischen, und einen zweiten, psychologisch-philosophischen. Vielleicht wird mancher dafürhalten, daß ich aus dem Ganzen besser zwei Bücher hätte machen sollen, ein rein naturwissenschaftliches und ein rein introspektives. Allein ich mußte von der Biologie mich befreien, um ganz Psychologe sein zu können. Der zweite Teil behandelt gewisse seelische Probleme recht anders, als sie jeder Naturforscher heute wohl behandeln würde, und ich bin mir bewußt, daß ich hiedurch auch die Aufnahme des ersten Teiles bei einem großen Teile des Publikums gefährde; gleichwohl erhebt dieser erste Teil in seiner Gänze den Anspruch auf eine Beachtung und Beurteilung seitens der Naturwissenschaft, was der zweite, mehr der inneren Erfahrung zugekehrte, nur an wenigen Stellen vermag. Weil dieser zweite Teil aus einer nichtpositivistischen Weltanschauung hervorgegangen ist, werden von manchen beide für unwissenschaftlich gehalten werden (obwohl der Positivismus dortselbst eine strenge Widerlegung erfährt). Hiemit muß ich mich einstweilen abfinden, in der Überzeugung, der Biologie gegeben zu haben, was ihr gebührt, und einer nichtbiologischen, nichtphysiologischen Psychologie das Recht gewahrt zu haben, welches ihr für alle Zeiten bleiben wird.

Vielleicht wird man der Untersuchung an gewissen Punkten vorwerfen, daß sie nicht genug der Beweise bringe; allein eben dies däucht mich ihre geringste Schwäche. Denn was könnte in diesem Gegenstande »Beweisen« wohl heißen? Es ist nicht Mathematik und nicht Erkenntnistheorie (die letztere nur an zwei Stellen), was hier abgehandelt wird; es sind erfahrungswissenschaftliche Dinge, und da kann höchstens der Finger gelegt werden auf das, was ist; was man sonst hier beweisen nennt, ist ein bloßes Zusammenstimmen der neuen Erfahrungen mit den alten; und da bleibt es sich gleich, ob das neue Phänomen vom Menschen experimentell erzeugt wird oder schon aus der Schöpferhand der Natur fertig vorliegt. Der letzteren Beweise aber bringt diese Schrift eine große Zahl.

Das Buch ist endlich, soweit ich das zu beurteilen vermag, (in seinem Hauptteile) nicht ein solches, das man nach einmaliger flüchtiger Lektüre verstehen und in sich aufnehmen könnte; zur Orientierung des Lesers und zum eigenen Schutze will ich selber diesen Umstand hier anmerken.

Je weniger ich in beiden Teilen (vornehmlich im zweiten) Altes, längst Bekanntes wiederholt habe, desto mehr mußte ich dort, wo ich mit früher Ausgesprochenem und allgemeiner Anerkanntem in Übereinstimmung mich fand, auf alle Koinzidenzen hinweisen. Diesem Zwecke dienen die Literaturnachweise des Anhanges. Ich habe mich bemüht, die Citate in genauer und für Fachmänner wie für Laien brauchbarer Gestalt wiederzugeben. Dieser größeren Ausführlichkeit wegen, und um die Lektüre des Textes nicht ein fortwährendes Stolpern werden zu lassen, sind sie an den Schluß des Buches verwiesen.

Dem Herrn Universitätsprofessor Dr. Laurenz Müllner statte ich geziemenden Dank ab für die wirksame Förderung, welche er mir hat zuteil werden lassen; Herrn Professor Dr. Friedrich Jodl für das freundliche Interesse, welches er meinen Arbeiten von Anbeginn entgegenbrachte. Ganz besonders fühle ich mich auch den Freunden verpflichtet, welche mich bei der Korrektur des Buches unterstützten.


[INHALTSVERZEICHNIS.]

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VorwortV–XI
InhaltsverzeichnisXIII–XXII
Erster (vorbereitender) Teil: Die sexuelle Mannigfaltigkeit[1]–93
Einleitung[3]–6
Über Begriffsentwicklung im allgemeinen und im besonderen. Mann und Weib. Widersprüche. Fließende Übergänge. Anatomie und Begabung. Keine Sicherheit im Morphologischen?
I. Kapitel: »Männer und Weiber«[7]–13
Embryonale Undifferenziertheit. Rudimente beim Erwachsenen. Grade des »Gonochorismus«. Prinzip der Zwischenformen. M und W. Belege. Notwendigkeit der Typisierung. Resumé. Älteste Ahnungen.
II. Kapitel: Arrhenoplasma und Thelyplasma[14]–30
Sitz des Geschlechtes. Steenstrups Ansicht befürwortet. Sexualcharaktere. Innere Sekretion. Idioplasma — Arrhenoplasma — Thelyplasma. Schwankungen. Beweise aus erfolgloser Kastration. Transplantation und Transfusion. Organotherapie. Individuelle Unterschiede zwischen den einzelnen Zellen. Ursache der sexuellen Zwischenformen. Gehirn. Knabenüberschuß der Geburten. Geschlechtsbestimmung. Vergleichende Pathologie.
III. Kapitel: Gesetze der sexuellen Anziehung[31]–52
Sexueller »Geschmack«. Wahrscheinlichkeiteines Gesetzmäßigen. Erste Formel. Erste Deutung.Beweise. Heterostylie. Interpretation derselben. Tierreich.Weitere Gesetze. Zweite Formel. Chemotaxis?Analogien und Differenzen. »Wahlverwandtschaften.«Ehebruch und Ehe. Folgen für die Nachkommenschaft.
IV. Kapitel: Homosexualität und Päderastie[53]–62
Homosexuelle als sexuelle Zwischenformen.Angeboren oder erworben, gesund oder krankhaft?Spezialfall des Gesetzes. Alle Menschen mit derAnlage zur Homosexualität. Freundschaft undSexualität. Tiere. Vorschlag einer Therapie. Homosexualität,Strafgesetz und Ethik. Distinktion zwischenHomosexualität und Päderastie.
V. Kapitel: Anwendung auf die Charakterologie[63]–78
Das Prinzip der sexuellen Zwischenformenals ein kardinaler Grundsatz der Individualpsychologie.Simultaneität oder Periodizität? Methode derpsychologischen Untersuchung. Beispiele. IndividualisierendeErziehung. Gleichmacherei. Morphologisch-charakterologischerParallelismus. Die Physiognomikund das Prinzip der Psychophysik. Methodik derVarietätenlehre. Eine neue Fragestellung. DeduktiveMorphologie. Korrelation und Funktionsbegriff.Aussichten.
VI. Kapitel: Die emanzipierten Frauen[79]–93
Frauenfrage. Emanzipationsbedürfnis und Männlichkeit.Emanzipation und Homosexualität. SexuellerGeschmack der emanzipierten Frauen. Physiognomischesüber sie. Die übrigbleibenden Berühmtheiten.W und die Emanzipation. Praktische Regel.Männlichkeit alles Genies. Die Frauenbewegung inder Geschichte. Periodizität. Biologie und Geschichtsauffassung.Aussichten der Frauenbewegung. IhrGrundirrtum.
Zweiter oder Hauptteil: Die sexuellen Typen[95]–461
I. Kapitel: Mann und Weib[97]–105
Bisexualität und Unisexualität. Man istMann oder Weib. Das Problematische in diesemSein und die Hauptschwierigkeit der Charakterologie.Das Experiment, die Empfindungsanalyse und diePsychologie. Dilthey. Begriff des empirischenCharakters. Ziel und Nicht-Ziel der Psychologie.Charakter und Individualität. Problem der Charakterologieund Problem der Geschlechter.
II. Kapitel: Männliche und weibliche Sexualität[106]–116
Problem einer weiblichen Psychologie. DerMann als Psychologe des Weibes. Unterschiede im»Geschlechtstrieb«. Im »Kontrektations-« und»Detumeszenztrieb«. Intensität und Aktivität. SexuelleIrritabilität der Frau. Größere Breite des Sexuallebensbei W. Geschlechtliche Unterschiede imEmpfinden der Geschlechtlichkeit. Örtliche und zeitlicheAbhebung der männlichen Sexualität. Unterschiedeim Bewußtseinsgrade der Sexualität.
III. Kapitel: Männliches und weibliches Bewußtsein[117]–130
Empfindung und Gefühl. Ihr Verhältnis.Avenarius' Einteilung in »Elemente« und »Charaktere«.Auf einem frühesten Stadium nochnicht durchführbar. Verkehrtes Verhältnis zwischenDistinktheit und Charakterisierung. Prozeß derKlärung. Ahnungen. Grade des Verstehens. Vergessen.Bahnung und Artikulation. Die Henide alsdas einfachste psychische Datum. GeschlechtlicherUnterschied in der Artikulation der Inhalte. Sensibilität.Urteilssicherheit. Das entwickelte Bewußtseinals männlicher Geschlechtscharakter.
IV. Kapitel: Begabung und Genialität[131]–144
Genie und Talent. Genial und geistreich.Methode. Verständnis für mehr Menschen. Was esheißt: einen Menschen verstehen? Größere Kompliziertheitdes Genies. Perioden im psychischenLeben. Keine Herabwürdigung der bedeutendenMenschen. Verstehen und Bemerken. Innerer Zusammenhangvon Licht und Wachsein. EndgültigeFeststellung der Bedingungen des Verstehens. AllgemeinereBewußtheit des Genies. Größte Entfernungvom Henidenstadium; danach höhererGrad von Männlichkeit. Nur Universalgenies. Wungenial und ohne Heldenverehrung. Begabung undGeschlecht.
V. Kapitel: Begabung und Gedächtnis[145]–181
Artikulation und Reproduzierbarkeit. Gedächtnisan Erlebnisse als Kennzeichen der Begabung.Erinnerung und Apperzeption. Anwendungen undFolgerungen. Fähigkeit des Vergleichens und Beziehens.Gründe für die Männlichkeit der Musik.Zeichnung und Farbe, Grade der Genialität; dasVerhältnis des Genius zum ungenialen Menschen.Selbstbiographie. Fixe Ideen. Erinnerung an dasSelbstgeschaffene. Kontinuierliches und diskontinuierlichesGedächtnis. Einheit des biographischenSelbstbewußtseins nur bei M. Charakterder weiblichen Erinnerungen. Kontinuität und Pietät.Vergangenheit und Schicksal. Vergangenheitund Zukunft. Unsterblichkeitsbedürfnis. Bisherigepsychologische Erklärungsversuche. WahreWurzel. Innere Entwicklung des Menschen bis zumTode. Ontogenetische Psychologie oder theoretischeBiographie. Die Frau ohne jedes Unsterblichkeitsbedürfnis.— Fortschritt zu tieferer Analysedes Zusammenhanges mit dem Gedächtnis. Gedächtnisund Zeit. Postulierung des Zeitlosen.Der Wert als das Zeitlose. Erstes Gesetz derWerttheorie. Nachweise. Individuation und Dauerals konstitutiv für den Wert. Wille zum Wert. DasUnsterblichkeitsbedürfnis als Spezialfall. Unsterblichkeitsbedürfnisdes Genies, zusammenfallend mitseiner Zeitlosigkeit durch sein universales Gedächtnisund die ewige Dauer seiner Werke. Das Genie unddie Geschichte. Das Genie und die Nation. DasGenie und die Sprache. Die »Männer der Tat«und die »Männer der Wissenschaft« ohne Anrechtauf den Titel des Genius; anders Philosoph(Religionsstifter) und Künstler.
VI. Kapitel: Gedächtnis, Logik, Ethik[182]–196
Psychologie und Psychologismus. Würde desGedächtnisses. Theorien des Gedächtnisses. Übungs-und Associationslehren. Verwechslung mit demWiedererkennen. Gedächtnis nur dem Menscheneigen. Moralische Bedeutung. Lüge und Zurechnung.Übergang zur Logik. Gedächtnis und Identitätsprinzip.Gedächtnis und Satz vom Grunde. DieFrau alogisch und amoralisch. Intellektuelles undsittliches Gewissen: intelligibles Ich.
VII. Kapitel: Logik, Ethik und das Ich[197]–211
Die Kritiker des Ich-Begriffes: Hume, Lichtenberg,Mach. Das Machsche Ich und die Biologie.Individuation und Individualität, Logik und Ethikals Zeugen für die Existenz des Ich. — Erstens dieLogik: die Sätze der Identität und des Widerspruches.Die Frage ihres Nutzens und ihrer Bedeutung. Die logischenAxiome als identisch mit der begrifflichenFunktion. Definition des logischen Begriffes alsNorm der Essenz. Die logischen Axiome als ebendiese Norm der Essenz, welche Existenz einerFunktion ist. Diese Existenz als das absolute Seinoder das Sein des absoluten Ich. Kant undFichte. Logizität als Norm. Denkfreiheit nebenWillensfreiheit. — Zweitens die Ethik. Zurechnung.Das Verhältnis der Ethik zur Logik. Die Verschiedenheitder Subjektsbeweise aus der Logik undder Ethik. Eine Unterlassung Kantens. Ihre sachlichenund ihre persönlichen Gründe. Zur Psychologieder Kantischen Ethik. Kant und Nietzsche.
VIII. Kapitel: Ich-Problem und Genialität[212]–238
Die Charakterologie und der Glaube an dasIch. Das Ich-Ereignis: Jean Paul, Novalis, Schelling.Ich-Ereignis und Weltanschauung. Selbstbewußtseinund Anmaßung. Die Ansicht des Genieshöher zu werten als die der anderen Menschen.Endgültige Feststellungen über den Begriff des Genies.Die geniale Persönlichkeit als der vollbewußte Mikrokosmus.Natürlich-synthetische und sinnerfüllendeTätigkeit des Genies. Bedeutung und Symbolik. Definitiondes Genies im Verhältnis zum gewöhnlichenMenschen. Universalität als Freiheit. Sittlichkeitoder Unsittlichkeit des Genies? Pflichten gegen sichund gegen andere. Was Pflicht gegen andere ist.Kritik der Sympathiemoral und der sozialen Ethik.Verständnis des Nebenmenschen als einzige Forderungder Sittlichkeit wie der Erkenntnis". Ichund Du. Individualismus und Universalismus. Sittlichkeitnur unter Monaden. Der genialste Menschals der sittlichste Mensch. Warum der Menschζῷον πολιτικόν ist. Bewußtsein und Moralität. Der»große Verbrecher.« Genialität als Pflicht und Gehorsam.Genie und Verbrechen. Genie und Irrsinn.Der Mensch als Schöpfer seiner selbst.
IX. Kapitel: Männliche und weibliche Psychologie[239]–279
Seelenlosigkeit des Weibes. Geschichte dieserErkenntnis. Das Weib gänzlich ungenial. Keinemännlichen Frauen im strengen Sinne. UnbegrifflicheNatur des Weibes, aus dem Mangel des Ich zuerklären. Korrektur der Henidentheorie. WeiblichesDenken. Begriff und Objekt. Begriff und Urteil.Wesen des Urteils. Das Weib und dieWahrheit als Richtschnur des Denkens. Der Satzvom Grunde und sein Verhältnis zum Satzder Identität. Amoralität, nicht Antimoralitätdes Weibes. Das Weib und das Einsamkeitsproblem.Verschmolzenheit, nicht Gesellschaft.Weibliches Mitleid und weibliche Schamhaftigkeit.Das Ich der Frauen. Weibliche Eitelkeit.Mangel an Eigenwert. Gedächtnis für Huldigungen.Selbstbeobachtung und Reue. Gerechtigkeit und Neid.Name und Eigentum. Beeinflußbarkeit. — RadikaleDifferenz zwischen männlichem und weiblichem Geistesleben.Psychologie ohne und mit Seele. Psychologieeine Wissenschaft? Freiheit und Gesetzlichkeit.Die Grundbegriffe der Psychologie transcendenterNatur. Psyche und Psychologie. Die Hilflosigkeitder seelenlosen Psychologie. Wo »Spaltungender Persönlichkeit« allein möglich sind. PsychophysischerParallelismus und Wechselwirkung. Problemder Wirkung psychischer Sexualcharaktere desMannes auf das Weib.
X. Kapitel: Mutterschaft und Prostitution[280]–313
Spezielle weibliche Charakterologie. Mutter undDirne. Anlage zur Prostitution angeboren, aber nichtallein entscheidend. Einfluß des Mannes. Versehen.Verhältnis beider Typen zum Kinde. Die Frau polygam.Ehe und Treue. Sitte und Recht. Analogienzwischen Mutterschaft und Sexualität. Mutter undGattungszweck. Die »alma« mater. Die Mutterliebeethisch indifferent. Die Dirne außerhalb desGattungszweckes. Die Prostituierte und die sozialanerkannte Moral. Die Prostituierte, der Verbrecherund Eroberer. Nochmals der »Willensmensch«und sein Verhältnis zum Genie. Hetäreund Imperator. Motiv der Dirne. Koitus Selbstzweck.Koketterie. Die Empfindungen des Weibesbeim Koitus im Verhältnis zu seinem sonstigenLeben. Mutterrecht und Vaterschaft. Versehen undInfektionslehre. Die Dirne als Feindin. Bejahungund Verneinung. Lebensfreundlichkeit und Lebensfeindlichkeit.Keine Prostitution bei den Tieren.Rätsel im Ursprung.
XI. Kapitel: Erotik und Ästhetik [314]–341
Weiber und Weiberhaß. Erotik und Sexualität.Platonische Liebe und Sinnlichkeit. Problem einerIdee der Liebe. — Die Schönheit des Weibes. IhrVerhältnis zum Sexualtrieb. Liebe und Schönheit.Der Unterschied der Ästhetik von der Logik und Ethikals Normwissenschaften. Wesen der Liebe. Projektionsphänomen.Schönheit und Sittlichkeit. Schönheitund Vollkommenheit. Natur und Ethik. Naturschönheitund Kunstschönheit. Naturgesetzund Kunstgesetz. Naturzweckmäßigkeit und Kunstzweckmäßigkeit.Die Einzelschönheit. Die Geschlechtsliebeals Schuld. Haß und Liebe als Erleichterungendes moralischen Strebens. Die Schöpfung des Teufels.Liebe und Mitleid. Liebe und Schamhaftigkeit. Liebeund Eifersucht. Liebe und Erlösungsbedürfnis. DasWeib in der Erotik Mittel zum Zweck. Problem desZusammenhanges von Kind und Liebe, Kind und Sexualität.Grausamkeit nicht nur in der Lust, sondernnoch in der Liebe. Liebe und Mord. Liebe als Feigheit,Unrecht, Irrtum. Der Madonnenkult. DieMadonna eine gedankliche Konzeption des Mannes;ohne Grund in der realen Weiblichkeit. Widerstrebengegen die Einsicht in das wahre Weib.Die Liebe des Mannes zum Weibe als Spezialfall.Das Weib nur sexuell, nicht erotisch. Der Schönheitssinnder Frauen. Schön und hübsch. Liebe undVerliebtheit. Wodurch der Mann auf die Frau wirkt.Das Fatum des Weibes. Einordnung der neuenErkenntnis unter die früheren. Die Liebe als bezeichnendfür das Wesen der Menschheit. Warumder Mann das Weib liebt. Möglichkeiten.
XII. Kapitel: Das Wesen des Weibes und seinSinn im Universum[342]–402
Gleichheit oder Gleichstellung. P. J. Moebius.Sinnlosigkeit oder Bedeutung der Weiblichkeit.Kuppelei. Instinktiver Drang. Der Mann unddie Kuppelei. Welche Phänomene noch weiterKuppelei sind. Hochwertung des Koitus. Der eigeneGeschlechtstrieb ein Spezialfall. Mutter — Dirne.Das Wesen des Weibes nur in der Kuppelei ausgesprochen.Kuppelei = Weiblichkeit = universaleSexualität.System von Einwänden und Widersprüchen.Notwendigkeit der Auflösung. Beeinflußbarkeit undPassivität. Unbewußte Verleugnung der eigenenNatur als Folge. Organische Verlogenheitdes Weibes. Die Hysterie. Psychologisches Schemafür den »Mechanismus« der Hysterie. Definition derletzteren. Zustand der Hysterischen. EigentümlichesWechselspiel: die fremde Natur alsdie eigene, die eigene als die fremde. Der»Fremdkörper«. Zwang und Lüge. Heteronomie derHysterischen. Wille und Kraft zur Wahrheit. Derhysterische Paroxysmus. Was abgewehrt wird. Diehysterische Konstitution. Magd und Megäre. DieMegäre als Gegenteil der Hysterika. Die Wahrheitsliebeder Hysterika als ihre Lüge. Die hysterischeKeuschheit und Abneigung gegen den Geschlechtsakt.Das hysterische Schuldbewußtsein und diehysterische Selbstbeobachtung. Die Visionärin undSeherin im Weibe. Die Hysterie und die Unfreiheitdes Weibes. Sein Schicksal und dessen Hoffnungslosigkeit.Notwendigkeit der Zurückführung auf einletztes Prinzip. Unterschiede zwischen Mensch undTier, zwischen Mann und Frau. Übersichtstafel.Das zweite oder höhere Leben, das metaphysischeSein im Menschen. Analogien zum niederen Leben.Nur im Manne ewiges Leben. Das Verhältnisbeider Leben und die Erbsünde. Geburt und Tod.Freiheit und Glück. Das Glück und der Mann.Das Glück und die Frau. Die Frau und das Problemdes Lebens. Nichtsein des Weibes. Hieraus zunächstdie Möglichkeit von Lüge und Kuppelei,Amoralität und Alogizität erschlossen. Nochmals dieKuppelei. Gemeinschaft und Sexualität. Männlicheund weibliche Freundschaft. Kuppelei wider Eifersucht.Kuppelei identisch mit Weiblichkeit. Warumdie Frauen Menschen sind. Wesen des Geschlechtsgegensatzes.Gegensätze: Subjekt — Objekt= Form — Materie = Mann — Weib.Kontrektation und Tastsinn. Deutung der Heniden.Non-Entität der Frau; als Folge universelle Suszeptibilität.Formung und Bildung der Frau durch denMann. Trachten nach Existenz. Geschlechtsdualitätund Weltdualismus. Die Bedeutung des Weibes imUniversum. Der Mann als das Etwas, die Frau alsdas Nichts. Das psychologische Problem der Furchtvor dem Weibe. Die Weiblichkeit und der Verbrecher.Das Nichts und das Nicht. Die Schöpfungdes Weibes durch den Verbrecher im Manne. DasWeib als die bejahte Sexualität des Mannes. DasWeib als die Schuld des Mannes. Die Liebe. Deduktionder Weiblichkeit.
XIII. Kapitel: Das Judentum[403]–441
Unterschiede unter den Männern. Zurückweisungder hierauf gegründeten Einwände. DieZwischenformen und die Rassenanthropologie. Amphibolieder Weiblichkeit mit dem Judentum. DasJüdische als Idee. Der Antisemitismus. RichardWagner. Keine Identität mit der Weiblichkeit;Übereinstimmungen mit dieser: Eigentum, Staat,Gesellschaft, Adel, Mangel an Persönlichkeitund Eigenwert, Amoralität ohne Antimoralität,Gattungsleben, Familie, Kuppelei. EinzigeArt einer Lösung der Judenfrage. Gottesbegriff desJuden. Seelenlosigkeit, kein Unsterblichkeitsbedürfnis.Judentum in der Wissenschaft. Der Jude alsChemiker. Der Jude genielos. Spinoza. Der Judenicht monadenartig veranlagt. Der Engländerund der Jude. Die Engländer in Philosophie, Musik,Architektur. Unterschiede. Humorlosigkeit des Juden.Wesen des Humors. Humor und Satire. DieJüdin. Nicht-Sein, völlige Veränderungsfähigkeit,Mittelbarkeit beim Juden wie beim Weibe. GrößteÜbereinstimmung und größte Differenz. Aktivitätund Begrifflichkeit des Juden. Tiefstes Wesen desJudentums. Glaubenslosigkeit und innere Haltlosigkeit.Der Jude nicht amystisch, sondern unfromm.Mangel an Ernst, Begeisterungsfähigkeitund Eifer. Innerliche Vieldeutigkeit. Keinerlei Einfaltdes Glaubens. Innere Würdelosigkeit. Der Judeals der Gegenpol des Helden. — Christentum undJudentum. Ursprung des Christentums. Problem desReligionsstifters. Der Religionsstifter als Vollziehereiner eigenen Reinigung vom Verbrechen und vonder Gottlosigkeit. In ihm allein eine völlige Neugeburtverwirklicht. Er als der Mensch mit dem tiefstenSchuldgefühl. Christus als Überwinder des Judentumsin sich. Christentum und Judentum als letzte Gegensätze.Der Religionsstifter als der größte Mensch.Überwindung alles Judentumes, eine Notwendigkeitfür jeden Religionsstifter. — Das Judentum und dieheutige Zeit. Judentum, Weiblichkeit; Kultur undMenschheit.
XIV. Kapitel: Das Weib und die Menschheit[442]–461
Die Idee der Menschheit und die Frau alsKupplerin. Der Goethe-Kult. Verweiblichung derMänner. Virginität und Keuschheit. MännlicherUrsprung dieser Ideale. Das Unverständnis der Fraufür die Erotik. Ihr Verständnis der Sexualität. DerKoitus und die Liebe. Die Frau als Gegnerin derEmanzipation. Askese unsittlich. Der Geschlechtsverkehrals Mißachtung des Nebenmenschen. Problemdes Juden = Problem des Weibes = Problem derSklaverei. Was sittliches Verhalten gegen dieFrau ist. Der Mann als Gegner der Frauenemanzipation.Ethische Postulate. Zwei Möglichkeiten.Die Frauenfrage als die Menschheitsfrage.Untergang des Weibes. — Enthaltsamkeit und Aussterbendes Menschengeschlechtes. Furcht vor derEinsamkeit. Die eigentlichen Gründe der Unsittlichkeitdes Geschlechtsverkehres. Die irdische Vaterschaft.Forderung der Aufnahme der Frauen unter dieMenschheitsidee. Die Mutter und die Erziehungdes Menschengeschlechtes. Letzte Fragen.
Anhang: Zusätze und Nachweise[463]–597