»Der Graf ist ein Esel. Ganz Wittenberg weiß es. Sonst tät er sich ein sauberes Weib ein und ließe es sich mit ihr wohl sein.«
»Die alte Schloßverwalterin habe nach dem Tode ihres Mannes ein Vermögen von dreißigtausend Mark fortgeschleppt, hört man,« erzählte Frau Mechthilde.
Daisenrieder richtete sich im Bett auf und sagte: »Das finde ich nicht 'mal so viel. Es wird sich einer doch auch noch ein paar Groschen ersparen dürfen, wenn er sich so und so lange abplagt.«
»Wieviel hast denn du schon erspart?« spottete sie, und es war gut, daß er ihr Gesicht nicht sehen konnte.
»Drum hab' ich ja auch petitioniert,« versetzte er ärgerlich. »Davon bist mir jetzt aber sofort still. Sag' lieber, auf welcher Geldbank hast denn du deinen Profit aufgehoben? Und hast auch dein Papier gut versorgt? Und bist auch Mitglied der Wach- und Schließgesellschaft, damit dir niemand deinen Reichtum stiehlt?«
»Der Schloßpastor habe großen Einfluß auf den Grafen, heißt es,« behauptete sie weiter.
»Der Domänenrat Mehltreter wird wohl auch ein Wort haben,« widersprach er mit Fleiß.
»Davon hab' ich noch nichts gehört,« beharrte sie, richtete sich ebenfalls auf und stützte den Rücken mit ihren beiden Kopfkissen. »Wenn man nur mal den Kaplan für sich hätte, dann ginge es; verlaß dich drauf.«