Wie lange wir geschlafen haben, weiß ich nicht, Chrischan wußte es nachher auch nicht, denn als er sah, wie friedlich wir schliefen, dachte er: ›Ach wat, 'n lütt bitten Nicken kannst du auch, hier ist's ja still und friedlich wie daheim in Mudders Schlafstube; hier findet uns kein Minsch. Schlafen tue ich ja auch nicht, blots 'n lütt bitten Nicken.‹

Und Chrischan nickt und schläft ein.

Als wir endlich aufwachten, war es schon spät am Nachmittag, und um uns rum krimmelte und wimmelte es von Niggers. Einige waren schon dabei, uns festzubinden.

O Gottegott, dachte ich, nu is deine letzte Stunde gekommen. Und ich dachte, ob der liebe Gott mir auch alle meine Sünden vergeben würde …«

»Du dachst also, dat du mit alle dine Sünden in den Himmel kämest?« bemerkte hier der Karpenter.

»Tja, dacht hew ik dat, denn ich bin doch as en Kristenmensch getauft und konfirmeert worden, und wenn ich auch veel sündigt hev, von wegen das Fluchen und das Kömtrinken und de lütten Deerns, so dacht ich und denk ich noch: wenn de Köm nicht zum Saufen und de lütten Deerns nicht tom Leifhewen da sind, denn had de leif Gott se ok nicht erschaffen. Also so schlimm mit meine Sünden wäre das nu nicht. – – – Ja, wo wär' ich nu noch? Ach so! Bei die Niggers, als sie uns festbanden. Na, die verankerten uns nun, jeden an einen Baum; die beiden anderen mir gegenüber. Dann drehten sie aus trockenes Gras dicke Knebels, die sie uns in die Hälse wrangten, so daß wir weder schreien noch jappen konnten. Darauf käm ein von die schwarzen Kerle mit ein Pott voll rote Farbe und begann unsere Nasen damit einzuseifen. Ich hatte, wie gesagt, ein Grasknebel im Halse, wenn ich den nicht gehabt hätte, hätte ich lauthals lachen müssen, so sahen die beiden anderen aus!

Ihre Gurken glühten und glommten wie frisch geputzten Backbordpositionslaternen in dunkler Nacht.

Aber, wie gesagt, lachen konnte ich nicht, denn mir stach ja ein Bündel Gras ins Maul, und außerdem würde mir auch schnell genug das Lachen vergangen sein, denn ich, oder richtiger mein Galion, erhielt Besuch; wie es schien, ein Liebhaber von die rote Farbe. Und das war so eine Art Wespe, die sich ohne weiteres und ohne viel zu fragen auf meine Nase niederließ und sich dort breit machte. Sie lief hin und her, schnurrte und tanzte und wollte schließlich auch nach Binnenbord. Doch das kitzelte ganz infam; ich mußte niesen.

Nun wurde die Bestie wild, brummelte ein paarmal in fürchterlicher Fahrt hin und her und stach mir dann pardauz mitten auf die Nasenspitze. Kaum war dies geschehen, kamen noch so ein paar fleigende Beesters und machten das erste Beest Gesellschaft. Meine Kollegen drüben ging es auch nicht besser; sie hatten auch Besuch bekommen und mußten auch gräsig niesen und prusten.

Und de entfamigten schwatten Kierls lachten und lachten, als wenn sie sich kaputt lachen sollten; und dabei riefen sie: ›Dannebrogsnäs', Dannebrogsnäs'!‹ und lachten und lachten immer döller.