Die Zeit des Schlafengehens kam heran, und als wir beide ausgestreckt nebeneinander lagen, fragte ich plötzlich:
– Bist du vernünftig gewesen?
– Ja.
– Und dein Geliebter, war er nach deinem Geschmack?
– Ich habe keinen Geliebten.
– Du lügst, der Fisch hat es verraten.
Tehura erhob sich und blickte mich starr an. Ihr Antlitz hatte einen seltsamen mystischen Ausdruck majestätischer Größe, der mir fremd war und den ich in ihren heiteren, fast kindlichen Zügen nie vermutet hätte.
Die Atmosphäre in unserer kleinen Hütte hatte sich verwandelt: Ich fühlte, daß etwas Erhabenes sich zwischen uns erhob. Und wider Willen unterlag ich dem Einfluß des Glaubens und erwartete eine Botschaft von oben. Ich zweifelte nicht, daß sie kommen würde, obwohl die fruchtlosen Bedenken unseres Skeptizismus dieser glühenden, wenn auch nur einem Aberglauben geltenden Inbrunst gegenüber noch ihre Macht auf mich ausübten.
Tehura schlich leise zur Tür, um sich zu vergewissern, daß sie gut verschlossen war, und als sie bis in die Mitte der Kammer zurückgekommen war, sprach sie folgendes Gebet:
Rette mich! Rette mich!