Nein, früher waren sie noch viel klüger als jetzt, mischte sich halb ironisch halb ernsthaft der andre, S. mit Namen, ein. Früher konnte man sogar Wasser in Wein verwandeln. Er sagte das unsicher, und ich konnte nicht erkennen, wie er selbst darüber dachte.
Mein Monteur lachte laut auf, als er das hörte, und H. lächelte auch überlegen dazu.
So fuhr S. fort: Ja freilich, das ist Glauben, aber....
Aber der Monteur schnitt ihm kurzer Hand das Wort ab: Ach was, unser Glaube ist, daß zehn Pfund Rindfleisch eine gute Brühe geben.
Und jener wagte keine Entgegnung mehr. Dann redeten wir weiter und kamen wieder auf wirtschaftliche Dinge, wobei ich einmal das Schlagwort „Soziale Frage“ in den Mund nahm. Sofort stach das H. auf und meinte überlegen, ich wüßte doch nicht, was die soziale Frage sei.
Das kommt noch darauf an, antwortete ich. Das ist in der That auch nicht so leicht zu sagen. Darüber kann man Stunden, Tage, Wochen lang reden. Aber jedenfalls ist sie ein Ungeheuer von vielen Fragen und mit zwei Seiten, der materiellen und der geistigen Seite, genau wie der Mensch aus Körper und Geist besteht.
Aber der Monteur und H. lachten laut auf:
Geist? Geist giebts nicht. Es giebt nur ein Gehirn, ein Nervensystem, das funktioniert, wie die Maschine. Diese Funktion, das, was dabei herauskommt, nennt man heutzutage Geist.
Wer hat euch das bewiesen? fragte ich. Das ist doch höchstens nur eine Annahme, eine Behauptung, also nichts andres als meine freilich andre Meinung auch. Übrigens habe ich auch Gründe für die meine. Nehmt z. B. eine Trompete und blast hinein, dann giebt sie einen Ton. Aber der Ton ist etwas durchaus andres als die Trompete; so ists, so kann es wenigstens mit dem Gehirn und Geist auch sein. Jenes ist das Organ, dieser sein Inhalt.
Darauf stutzte H. eine kurze Zeit. Aber dann lächelte er abermals überlegen und sagte — wie unendlich bezeichnend für die Richtigkeit meiner Darlegungen an der Spitze dieses Kapitels! —: