Die Beinbewegungen, sofern sie mit aktivem Eingreifen der Bauchpresse geschehen, dienen der Expiration.
Für die mechanische tiefste Erweiterung des oberen Brustkorbabschnittes mit Hebung des Brustbeins, wie wir sie beim Wogen des weiblichen Busens durch Unterdrückung der Atmung in den unteren Abschnitten wegen Korsettgebrauches finden, ist es gut die Exkursionen im unteren Abschnitt durch Aufpressen der Hände zu beschränken, durch welche Stellung der Arme gleichzeitig der Schultergürtel gehoben wird. Dies kann einseitig und doppelseitig geschehen. (Einseitiges und doppelseitiges Tiefatmen siehe Uebungstafel). Empfindet Jemand beim forcierten Tief-, Ein- und Ausatmen Schwindel, so darf nicht zu stark forciert werden.
Passiverweiterungen der Brusthöhle erreicht man durch Heben des Schultergürtels und durch kräftiges Rückwärtsführen der horizontalgestreckten Arme. Dies kann durch Beihülfe eines Gymnasten oder aber durch Hängen in Ringen, am Reck, an der Leiter etc. oder durch Biegungen der Wirbelsäule resp. des Rumpfes nach hinten und nach den Seiten, schließlich auch nach vorn geschehen.
Die Uebung der exspiratorischen Hilfsmuskeln muß während der Einatmung geschehen. Denn eine energische Zusammenziehung der Ausatmungsmuskeln ist unmöglich, wenn die Baucheingeweide nicht energischen Widerstand leisten. Das Zwerchfell darf also nicht nachgeben, dies erreicht man leicht durch Kehlkopfverschluß. Dies gilt jedoch nur für die spezielle Schulung der exspir. Hilfsmuskeln.
Bei anderen Uebungen jeder Art soll nur die unregelmäßige und oberflächliche Atmung bekämpft werden.
Dies erreicht man am sichersten, wenn man die Atmung rhythmisch und tief gestaltet, und man diesen Atemtypus durch Kommando einübt.
Läßt man Beugen und Strecken als Selbsthemmungsbewegung ausführen, so läßt man während des Beugens sowohl tief ein-, als auch tief ausatmen, ebenso während der Streckung.
Bei einer Widerstandsbewegung dagegen läßt man während der Beugung tief einatmen, während der Streckung ausatmen.
Die Einatmung erfolgt im allgemeinen am besten dann, wenn der Muskel positive Arbeit leistet.
Bei allen Bewegungen, welche mit Erweiterung des Brustkorbes einhergehen, läßt man gleichzeitig ein- nicht ausatmen.