»Das wird er nicht! Das kann er nicht!« lächelte Juro.

»Er wird es tun! Er gehört zu den Deutschen, die die Wenden verachten! Er ist ein Ritter, und wir sind Bauern!«

»Laß das meine Sorge sein, Vater!«

»Nein, es ist meine Sorge. Ich bin der Vater! Die Schande kommt über uns alle!«

Da hielt Juro eine lange Rede. Er sprach von der Emanzipation des Wendenvolks, von seiner Gleichberechtigung mit den Deutschen, von dem Ausgleich zwischen den Ständen. Er sprach mit herzlicher Liebe und mit großer Begeisterung von Elisabeth und von ihrer Liebe zu ihm. Und er schloß:

»Wendin oder Deutsche – es ist gleich; adelig oder nicht adelig, es ist kein Hindernis für die Liebe! Wir lieben uns, weil wir uns lieben müssen, unsere Herzen haben zusammengeschlagen, ohne daß alte Vorurteile es hindern konnten. Die Zeiten, wo Menschen ihr Glück mit selbstgeschaffenen Ketten erwürgten, sind gottlob vorbei!«

Der alte Wende hörte ihm starr zu. Zuletzt schlug er die Hände vor's Gesicht und sagte:

»Ich wollte, ich wäre bei der Mutter!«

Juro sah ihn erschüttert an.

»Willst du mich nicht verstehen, Vater?«