»Guter Mensch! Ich habe kein Glück. Ich bin nicht so schön und fein und geschniegelt wie – wie zum Beispiel mein Bruder Juro. Nicht wahr, der gefällt dir gut?«

»Er muß mir wohl gefallen. Es ist ja meine Pflicht, da ich ihn doch heiraten soll!«

Das Mädchen sagte es mit stockender, beklommener Stimme.

»Kein Mensch kann dich dazu zwingen, kein Mensch«, sagte Samo erregt. »Es ist dein freier Wille. Du kannst ebensogut einen – einen andern nehmen.«

Das Mädchen stieß einen langen Seufzer aus. Da trat jemand in die Stube, und das Gespräch brach ab.


Am Nachmittag desselben Tages traf die alte Wičaz wie von ungefähr Samo auf einem Feldweg.

»Laß die Geschichte mit den Wanzen,« sagte er zu ihr; »mein Bruder Juro will euch rauswerfen; aber ich werde schon sehen, daß ihr eure Kamorka[23] behaltet.«

»Druga ruka
Druga gluka!«[24]

sagte die Sprichwörter-Wičaz. »Der Herr Samo ist ein freundlicher Herr. Vielleicht kann ich ihm dankbar sein. Ich habe die Karten aufgeschlagen und weiß wohl manches, was für den Herrn Samo gut wäre, auch zu wissen.«