»So erlaube mir der junge Herr, daß ich ihm die Karten lege. Ich werde dann in seine Seele sehen und er in meine.«
Samo sah sich um. Es war niemand in der Nähe. Er setzte sich also auf einen Rand des tiefen Feldweges und wies mit stummer Gebärde der Alten ihren Platz gegenüber an. Sie zog ein Päckchen schmutziger Karten, auf die allerhand mystische und allegorische Bilder gezeichnet waren, aus der Tasche, mischte sie und ließ Samo abheben. Er tat es und wischte sich gleich darauf die Hand am Grase ab.
Die Alte breitete die Karten vor sich auf den Wegrand, kniete davor, fuhr mit dem Finger über die Karten, brummte allerlei vor sich hin und sagte dann:
»Der junge Herr wird bald sein Examen sehr gut bestehen.«
Samo lachte.
»Das denkst du dir. Da hast du was davon läuten hören.«
»Es steht in den Karten«, sagte die Wičaz ernst.
Dann suchte sie wieder lange mit ihrem dürren gelben Finger und fuhr fort:
»Der junge Herr liebt ein wendisches Mädchen!«
Sie sah dabei Samo an, der sehr rot wurde. Da war die Alte schon wieder bei den Karten.