»Ich habe meinen Eltern immer gehorcht.«
Er haschte nach ihrer Hand. Hart und schwer lag sie in seiner feinen Rechten.
»Du bist ein gutes Kind, Hanka! Aber sieh mal, wenn man sich heiraten soll, muß man sich doch liebhaben, nicht wahr? Du hast gewiß einen schönen Burschen in deiner Heimat lieb.«
Sie erglühte.
»Siehst du, Hanka, und du brauchst mir das gar nicht zu sagen. Aber ich verspreche dir, daß ich dafür sorgen werde, daß dich niemand mehr mit solchen Dingen belästigt; ich verspreche dir, dafür einzutreten, daß du deinen Liebsten heiraten kannst.«
Da sagte sie:
»Ich habe keinen Liebsten!«
»Du hast keinen?«
»Nein, ich habe immer gehört, daß ich – daß ich …«
»Daß du mich heiraten mußt!« vollendete er. »Aber, Hanka, das ist nicht so, dazu kann dich kein Mensch zwingen, auch dein Vater und deine Mutter nicht. Dazu bist du nicht verpflichtet, weder vor Gott noch vor den Menschen! Am wenigsten bist du es mir schuldig! Damit du aus allen Zweifeln herauskommst, will ich dir sagen, Hanka: ich habe schon eine Braut!«