»Ich schäme mich – ich hab' ein Heiligtum geschändet – ich bin schlecht!«
Sie fuhren einen Weg hinab. Kurz vor dem Schloß half Heinrich dem Kranken vom Wagen. Juro stützte sich auf die beiden Männer und trat durch eine Hintertür ins Schloß.
Es waren etwa zwei Wochen vergangen. Da ließ sich Heinrich von Withold beim alten Scholta Hanzo anmelden. Er wartete im Kretscham auf Antwort. Es dauerte zwei Stunden ehe die Nachricht eintraf, daß der Scholta Heinrich erwartete. Die beiden Männer begrüßten sich stumm. Der Scholta wies auf einen Stuhl.
»Ich danke,« lehnte Heinrich ab; »ich habe nicht viel zu sagen. Allerdings, was ich zu sagen habe, ist wichtig. Mein Freund und Schwager Juro hat, gehetzt durch die aufgestachelte öffentliche Meinung und in der Überzeugung, daß eine alte Krone der Wenden nicht existiere, nach ihr gegraben und zu seiner schweren Überraschung eine Krone gefunden. Da ist er dem Schreck, einem plötzlichen Nervenanfall, erlegen – er ist ohnmächtig geworden.«
»Gott hat ihn geschlagen!« sagte Hanzo ernst.
Heinrich beachtete den Zwischenruf nicht, sondern fuhr fort:
»Als ich Juro auf Ihrem Düngerwagen liegend fand, hatte ich zuerst vor, die ganze Sache der Behörde anzuzeigen.«
»Das konnten Sie! Von uns aus ist nichts Unrechtes geschehen.«