Drei Tage später war Hanka wieder allein. Samo war schon am frühen Morgen fortgegangen. Es war wieder eine schreckliche Nacht gewesen. Erst spät war er nach Hause gekommen, mehr betrunken als sonst. Und er hatte wieder soviel laut geredet im Schlaf. Das Schrecklichste war, wenn er schrie:

»Mutter, nimm die Krone vom Kopf, nimm die Krone vom Kopf! Mutter, sie drückt dich! Mutter, ich kann es nicht leiden, daß du die Krone auf dem Kopf hast!«

Dann sprang er oft aus dem Bett, dann zitterte er und streckte die Hände entsetzt von sich, dann schluchzte und weinte er, bis er erwachte und erschöpft ins Bett zurücksank. Was er nur mit der Krone hatte! Er sprach niemals ein gutes Wort von ihr; sein Gesicht wurde finster, wenn die Krone nur erwähnt wurde.

Und doch, war er nicht ein Märtyrer der alten Krone? Hatte er sie nicht verteidigt gegen Frevlerhände, mußte er nicht Schmach und Verachtung für sie erdulden, war es nicht die Krone, um derentwillen er Heimat und Ehre verlor?

Um dieses Martyriums willen liebte Hanka ihren Mann, hatte sie für seine Verirrungen nichts als liebendes Bedauern.

Nun saß sie wieder einmal allein. Sie nähte an kleiner Wäsche für das Kind, das sie erwartete. Sie freute sich auf dieses Kind. Vielleicht würde Samo erlauben, daß ihre Eltern zur Taufe kämen. Das würde doch ein Lichtblick sein in ihr so dunkles, einsames Leben; vielleicht würde Samo gar ordentlicher werden, mehr zu Haus bleiben, wenn erst das Kindchen da war. Dann würde Hanka zufrieden sein.

Da klopfte es an die Tür, und es stürzte ein alter Mann in höchster Aufregung ins Zimmer.

»Sind Sie – sind Sie Frau Halek?«

»Ja, – was wollen Sie?«