»Also, Mann, brüllen Sie mich nicht an! Ich hab' die Sache endlich satt. Adieu!«

Mit kraftlos herabhängenden Armen, an denen sich die Fäuste ballten, sah der alte Wende dem Arzte nach. – –

Oh, es war schade!

Es war schade, daß kein besserer Arzt, kein besserer Deutscher, kein besserer Mensch in diese wendische Krankenstube trat. Und es war schade, daß der deutsche Knecht Wilhelm Tielscher sechs Wochen lang ins Gefängnis gesteckt wurde, weil er den Arzt, den er auf der Heimfahrt begleitete, unterwegs aus dem Wagen gezogen, durchgeprügelt und zu Fuß hatte heimgehen lassen.


Als der Abend kam, sagte die kranke Frau: »Nehmt mich aus dem Bett. Holt das Sterbestroh und legt mich darauf!«

Alle wehrten ab.

»Ich muß sterben,« sagte die Frau, »und es möchte niemand mehr in den Betten schlafen, in denen ich gestorben bin. Legt mich auf das Stroh!«

Sie verlangte den alten wendischen Brauch, der das Bettzeug nicht unbrauchbar werden lassen will, weshalb der Kranke vor seinem Verscheiden neben das Bett auf Stroh gelegt wird.

»Es ist schade um die Betten!« sagte die sparsame Frau. »Ihr müßtet sie verbrennen!«