»Verkaufe dein Garn nicht an die Deutschen. Behalte es und gehe heim. Ich werde mit dir gehen und dir das Geld geben, das du verdienen wolltest.«

Das Mädchen ging mit ihm, und sie kamen nach langer Wanderung nach Burg, das an der Spree liegt. Dort kaufte sich der Wendenkönig ein Haus. Und er baute alsbald mit kundiger Hand einen Webstuhl und wurde ein Leinweber.

Da kamen die Wenden aus allen Häusern und Wäldern. Sie kamen auf Kähnen und auf Rossen, besahen sich den Webstuhl und kehrten heim. Viele aber erkannten den starken, klugen Mann, und sie flüsterten unter sich: »Er ist unser Kral.«

Es geschah aber, daß Boten des Markgrafen Johannes, der an der Grenze herrschte, in das Haus des Kral traten und ihn fragten, ob er nicht Dienste nehmen wolle bei den deutschen Kriegern. Ein Obrist solle er sein mit goldenem Stern und funkelndem Degen.

Der Kral wies das Angebot stolz von sich. Er wollte kein Diener sein und sich auch nicht trennen von Trudetzka, um deren Lieblichkeit willen er nach Burg gekommen war.

Sein Ansehen wuchs von Tag zu Tag, und bald sagten die Leute in den Spinnstuben:

»Der Leinweber in Burg ist der König der Wenden. Er ist uns nachgekommen aus dem fernen Asia. Er wird uns reich und groß machen.«

Trudetzka aber, die goldene Münzen am Mieder trug, die ihr der Kral geschenkt hatte, sie führte den Kral an einem rotseidenen Faden wie einen Narren, und einmal lockte sie ihn in eine einsame Waldgegend und verriet ihn an Häscher des Markgrafen Johannes.

Der Kral schlug die Häscher tot. Das Mädchen aber trug er sieben Stunden weit bis an den tiefsten Sumpf. Dort senkte er Trudetzka hinein.