Sie herzte die Söhne, sie hörte ihre Liebesworte. Sie herzte sie wieder. Sie sah Juro forschend an.
»Ich wollte – wollte – etwas mit dir reden – ich weiß es nicht mehr – was wollte ich doch mit dir reden …?«
Dann plötzlich schrie sie:
»Macht das Fenster auf!«
Und sie versank in den Todeskampf.
Der Scholta wurde blaß bis auf die Lippen. Aber er ging ohne Schwanken zum Fenster und öffnete es.
Noch als er sich an dem einen Flügel festhielt, starb die Frau.
Und der Mann glaubte zu fühlen, wie die erlöste Seele vom Bette herschwebte, ihm noch einmal die Stirn berührte und sich dann durch das geöffnete Fenster aufschwang zum Firmament, das mit Millionen winkender ferner Heimatlichter herniedergrüßte.
Hanka und die Söhne knieten weinend am Bette.
Der alte Hanzo trat heran und drückte der Toten die Augen zu. Er nahm ihre rechte Hand zwischen seine beiden Hände zum Abschied und zum Gebet. Dann wandte er sich ab, nahm ein großes Tuch, verhängte den Spiegel, der an der Wand hing, und hielt die Uhr an. Das alles tat er mit ruhiger Gewissenhaftigkeit.