Da erschrak sie, steckte die Silbermünze ein und sagte wieder: »Pomogaj Bog wam!« Dann huschte sie über eine schmale Wasserrinne in den Wald. Aber Juro hörte noch, daß sie bei sich brummte:

»Er tut, als ob ich ein giftiges Maul hätte!« – –

Nach drei Tagen ging in den Dörfern das Gerücht, Juro habe die alte Domasch einen Hund genannt und halte sich arme Leute stolz vom Leibe.


Langsam ging Juro nach seiner Begegnung mit der alten Frau seines Weges. Es war, als ob er sich fürchte, heimzukommen zur Mutter. Was war sie für eine eifrige, gläubige Wendin gewesen! – Aber seine Seele straffte sich wieder und schüttelte den Kleinmut von sich.

Da sah er auf einem schmalen Raine, der zwischen den Feldern seines Vaters hinlief, Hanka, das fremde Mädchen. Die schritt rüstig aus, hatte die Schürze hochgebunden, hielt in der linken Hand einen Topf und machte mit der rechten die Bewegung des Säens. Juro wußte, was sie tat. In dem Topf war das Wasser gewesen, mit dem sie die tote Mutter gewaschen hatten. Nun hatten sie dem Topf den Boden ausgeschlagen, und das Mädchen säte durch den Topf Hirsesamen auf die Felder. Da würde im nächsten Jahr kein Vogel ein Körnlein von diesen Feldern picken. Ein Widerwille erfaßte den jungen Mann. Er wartete, bis Hanka näherkam, und rief sie an. Sie erschrak, als sie Juro sah, kam aber zu ihm.

»Was tust du da?« fragte er in deutscher Sprache.

»Ich säe den Totensamen! Es ist besser, wenn es ein Mädchen tut, als wenn es ein Mann tut!«

Sie hatte wendisch geantwortet.