Da fuhren sie sich in die Haare und prügelten sich. Der Hutmacher setzte sich indessen die Königskrone auf und zählte die Dukaten, die sie Wolfsklaue abgenommen hatten. Als das die beiden Kampfhähne sahen, ließen sie ab von einander und fragten: »Was tust du da?«

»Ich zähle mir die Hälfte der Beute ab,« sagte der Hutmacher in Gemütsruhe, »Daran werdet ihr zwei Dummköpfe nichts ändern.«

Da sahen sich der Schuster und der Schneider mit einem bedeutungsvollen Blicke an, und plötzlich stürzten sie sich auf den Hutmacher und überwältigten ihn. Sie drohten, ihn zu töten, wenn er ihnen nicht gänzlich gehorsam sei. Darauf prügelten sie ihn durch, zwangen ihn, seine hohle Hand an der Quelle zu füllen und mit ihnen am goldenen Becher anzustoßen, und jagten ihn dann in die Nacht hinaus. – –

»Jetzt wollen wir zwei die Beute teilen,« meinte darauf der Schneider, »und es soll jeder seine Hälfte bekommen.«

»Jawohl,« sagte der Schuster; »aber da ich zuerst den Gedanken hatte, den Hutmacher zu überfallen, gebührt mir die größere Hälfte. Ich werde sie mir auswählen, und was übrig bleibt, sollst du erhalten.«

Damit bückte er sich zu den Schätzen nieder. Der Schneider aber griff blitzschnell nach der Pistole und dem Degen und rief:

»Laß alles liegen oder du bist ein Kind des Todes!«

Da erschrak der Schuster, und da der Schneider alles Ernstes drohte, ihn zu erschießen, entfloh er schreiend in den Wald.

So kam es, daß der Schneider, der größte Feigling unter allen, zuletzt ganz allein in dem Besitz der geraubten Reichtümer des Polenkönigs war.