Ruhe, ihr feiges Gelichter! Ich freß Euch nicht! Ich bin viel zu satt. (Unheimlich.) Ich bin leider viel zu satt! Ich will hier bloß schlafen. Aber wer ausreißt, den ermurkse ich … jawohl, den ermurkse ich!
Schnecke (für sich):
Ein laß ich keinen! Ich bin ohnehin beengt genug. Seht ihr zu! (Sie verriegelt die Tür.)
Nun greift eine bedrückende Stille Platz. Man hört nur, wie die Spinne ihre feinen Fäden zieht und ihre Knoten knüpft, wie die Beinchen der Fliege zittern und der Käfer rascher atmet. Allgemach beruhigen sich die Tiere, da sie die Spinne nicht weiter beachtet. Draußen aber ist das Singen deutlicher geworden und klingt jetzt ganz nahe vom Kirchhof her.
»Ein Kindlein ist gestorben
Zur Herbsteszeit,
Zu einem andern Frühling
Zog es weit, weit …
Wir aber singen, wir singen
Ein Lied ihm zur Ruh'
Und decken den Sarg mit Erde
Und weißen Astern ihm zu.«
Raupe (in staunender Frage):
Ein Kindlein ist gestorben?
Käfer (schmerzlich):
Ein süßes Menschenkindlein! Ich habe mit seinen weißen Fingern gespielt und bin einmal über seinen goldenen Scheitel gewandert. Und das starb vor drei Tagen, und das ist nun tot!
Fliege (leichthin):