Der junge, starke Bauer kochte vor Wut. Aber es nützte nichts; diesem Riesen war er bei weitem nicht gewachsen, und so mußte er einen Schritt vor ihm hermarschieren den Berg hinab, wenn er nicht das Schlimmste gewärtigen wollte.

Jedesmal, wenn er sich widersetzen oder stehen bleiben wollte, bot ihm der Schaffer in gutmütigem Tonfall eine riesige Tracht Prügel an.

Und so mußte er gehen und konnte nur schimpfen, denn wenn er geprügelt worden wäre, das wäre eine zu große Schande gewesen.

Als sie ein großes Stück gegangen waren, sagte Reichel:

»'s is heiliger Tag heute! Da soll man nich brüll'n, nich schimpfen und überhaupt keene Stänkerei machen!« Mit dieser Ermahnung verließ der tapfere Christ den wütenden jungen Riedel und ging schweigend zurück.

Hannes hatte sich indessen aus hellem Vergnügen über das Bravourstück seines Vaters lang auf den Wiesenrain geworfen und mit Füßen die Erde getrommelt. Diese Beifallskundgebung trug ihm einen häßlichen Fleck auf seinem neuen Sommeranzug und außerdem das bedrückende Bewußtsein ein, daß er für seine Leute nicht Partei ergreifen dürfe, ohne Schaden zu nehmen. Und es blieb ihm nichts übrig, als vorläufig auf das Benzin und auf die Zukunft zu hoffen.


Fünf Tage nach diesem Ostermorgen begann Heinrichs Tätigkeit als Bauer.

O du liebe, schwere Zeit!