»Das Leben ist kurz! Das Leben ist schwer!«

Das Wort traf den Mann ins Herz. Er ging zurück zum Bette der kranken Frau und bedeckte sein Gesicht mit beiden Händen. –


Kapitel 2

Drüben im Buchenkretscham durchmaß der Wirt die einsame Gaststube. Er war wohl in schwerer Erregung. An allen Tischen blieb er stehen und trommelte mit den dicken, kurzen Fingern darauf. Immer lockte es ihn ans Fenster, und er hatte doch nicht den Mut, ganz nahe hinzutreten. Die Augen aber richteten sich immer aufs neue nach dem Buchenhofe. So vertieft war er in seine Gedanken und in das Anschauen des stattlichen Gehöftes, daß er nicht einmal bemerkte, wie sich die Tür öffnete und ein Mann erschien, der ihn sekundenlang beobachtete.

»Eine wunderschöne Besitzung, der Buchenhof, was, Schräger?«

»Ah – ah – ja – ja – natürlich – natürlich; ach, Du bist's, Berger, Du hast mich ja –«