»Ich weiß es erst jetzt – jetzt, da ich sie nicht haben darf, wie lieb ich sie hab', wie unsinnig lieb!«
Und nach einer Weile schluchzte er auf:
»Lene, wir haben ein schreckliches Leben!«
Ihr Gesicht verzog sich.
»Ich weiß ja, ich bin häßlich zu Dir und zu allen Leuten, ich ärgere Euch alle – alle, aber ich kann nicht dafür.«
Er antwortete nicht.
»Aber ich mein's auch gut, bloß ich kann's nicht so zeigen, ich bin ein so schrecklich grobes, dummes Ding. Und mich kann niemand leiden!«
Sie fing wieder leidenschaftlich an zu weinen. Trotz seines eigenen Leides fühlte er, daß auch die Schwester einsam und glücklos sei.
»Lene,« sagte er, »wir wollen versuchen, daß wir uns jetzt besser vertragen. Ich weiß schon, was ich Euch schuldig bin. Ich werd' mir Mühe geben, Lene, in jeder Weise Mühe geben!«