»Nich wert? Du, mei' frommes, goldenes Kind, Du! Aber mei' Tochter, 's kann ja alles noch gut werden. 's is ja doch nischt weiter passiert, es kann ja alles noch werden.«
Sie sah ihm hell in die Augen und schüttelte den Kopf. Dabei sagte sie ruhig: »Nein, es ist vorbei!«
»Es is nich vorbei! Wieso denn?«
»Wenn a mich auch noch wollte – jetzt wollt' ich nich mehr!«
Er sah sie erschüttert an.
»Wir sind nich füreinander! Ich weiß jetzt. Es war unrecht von mir, daran zu denken, und ich will schon lange ins Kloster.«
»Liese, ich geb's nich zu!«
»Warum nicht, Vater? Ich hab's da ganz gut. Ich geh Kranke pflegen, das tue ich gern. Da kann ich was nützen. Und ich bin vielleicht ganz glücklich. Und so – wenn ich in der Welt bleib'?«
Er sagte nichts mehr. Die stillen Frauen tauchten vor seiner Seele auf, die Siegerinnen, die in sich die Welt überwunden haben. Es liegt alles hinter ihnen, was die Menschenkinder erregt: sie wollen kein Geld, keinen Ruhm, kein Vergnügen, keine Bequemlichkeit, keine irdische Liebe. Sie wollen nur das Gute. Vielleicht, daß eine hie und da mit sich kämpft; die meisten haben Frieden. Und gegen den Frieden ist doch alles andere armer Tand.