Der Wirt glotzte die beiden an. Er wollte etwas sagen, schimpfen, abstreiten, aber schließlich wandte er sich ab und trat ans Fenster.
Heute früh, als er ausgeschlafen hatte und sich der Vorkommnisse vom vorhergehenden Tage bei nüchternem Geiste erinnerte, war er zuerst in Wut geraten und hatte großen Spektakel schlagen wollen. Aber dann, als er sich alles genauer ausmalte und auch unterdes wieder viel Schnaps getrunken hatte, war ihm urplötzlich seine alte, längst aufgegebene Lieblingsidee wieder eingefallen: die beiden Buchenhöfe miteinander zu vereinigen. Es war seit Jahren der erste Gedanke gewesen, der ihn aus seiner Säuferlethargie aufrüttelte und etwas wie eine frohe Begeisterung über ihn brachte.
Zwar die Sache schien auch ihm wahnwitzig, er wußte ja auch nichts Bestimmtes, nur den kurzen Bericht der alten Stenzeln, und so beschloß er, der Sache freien Lauf zu lassen. Jetzt kamen diese beiden und verdarben ihm den Plan. Er wandte sich um.
»Was habt Ihr eigentlich? Sie is a Stückel mit ihm gefahr'n. Weiter nischt!«
»Ja, und a hat's Pferd nich gehalten, wie sie abstieg. A feiner Kutscher is a, das wissen wir alle. Aber wie a sie heimgebracht hat, wie a sie um a Hals gehabt hat –«
»Schwindel! Halt's Maul!«
»Wir wissen's! Und alle Leute wissen's!«
Der junge Riedel sprang auf.
»Herr Schräger, es – es muß raus! Ich bin der Lotte gutt, sie gefällt mir, wenn sie auch das Arbeiten nich gelernt hat, und ich wollte heute – heute anfragen, wie's denn wär', wenn wir a Kram zusammenschmissen; aber wenn die Leute so reden, und wenn Sie nischt dagegen haben, und wenn so 'ne Wirtschaft hier is, da – da könnt's sein, ich besänn' mich noch anders.«