Er sprang auf und ergriff ihre Hand. Das Mädchen erschrak und wich zurück.
»Liese! Du bist so engelsgut, und ich bin ein unglücklicher, schlechter Mensch!«
»Was ist mit Dir, Heinrich? Du bist doch nicht schlecht! Was hast Du?«
Er ließ ihre Hand frei.
»Ich weiß, ich bin undankbar, sprich nicht, ich weiß; Ihr tut mir alle Gutes, und ich –«
»Du tust uns allen auch Gutes, Heinrich!«
Sie war sehr rot und sehr verwirrt und ging schnell hinaus.
Er sah ihr nach. In diesem Augenblick wohnte ein hohes Gefühl für sie in seiner Brust. Er wäre imstande gewesen, alles für sie zu opfern, was er besaß. Maßlose Dankbarkeit erfüllte ihn, auch tiefes Mitleid.
Sie brachte ihm Nachricht von der anderen. Wie uneigennützig war dieses Wesen! Er dachte nur an sich, immer an sich.
Es mußte anders werden. Freundlich wollte er sein zu allen, er wollte sich selbst überwinden.