Schon gegen drei Uhr nachmittags erlosch der Tag. Heinrich kam aus der Stadt zurück, wo er einiges für das Begräbnis besorgt hatte. Wieder verlangte er Lotte zu sehen. Aber die Stenzeln überbrachte ihm nur die Bitte, sie ganz allein zu lassen.

»Stenzeln! Was macht sie denn? Was tut sie so allein?«

Die Frau zuckte die Schultern.

»O du mein lieber Gott! Was wird sie machen? Nischt! Sie sitzt da und grübelt und sagt kein Wort!«

»Stenzeln, bringen Sie ihr die Rosen und sagen Sie, ich will ihr heute Ruhe gönnen; aber morgen muß ich sie sehen. Auf jeden Fall! Und sie soll sich nicht grämen, der Gustav war ein armer, unglücklicher Mensch; er hat's nicht besser verstanden.«

Die Stenzeln nickte und versprach alles auszurichten. Dann ging Heinrich nach Hause.

Gegen sieben Uhr klopfte die Stenzeln an Schrägers Tür. »Herr Schräger, machen Sie auf! Sie müssen doch was essen!«

Er öffnete. Entsetzt wich die Stenzeln zurück. Dieser Mann sah aus wie ein zusammengeducktes, furchtsames Tier.

»Herr Schräger! Jeses! Wie sehn Sie denn aus?«

Er lehnte sich an die Wand und sah sie lauernd an.