Heinrich hob das Haupt und sah den Alten kurz und scheu an.
»Fort? Stimmt! Ich muß fort! Da hast Du recht.«
»Ja, wenigstens auf a Jahr. Nach Breslau mußt Du! Fort hier aus dem Loche, wo Dir das Leben leid wird. In Breslau mußte Dich amüsieren oder a bissel studier'n oder Geld totschlagen, is alles egal, bloß, Du mußt hin!«
Heinrich lachte.
»Täusch' Dich bloß nicht! Ich geh' schon, geh' schon, aber nach Breslau? Nein! Täusch' Dich bloß nicht!«
»Da is gar nischt zu täuschen! Du bist a ganz verpfuschter Kunde, Heinrich! Zum Bauer taugste nich, mit a Leuten verstehste Dich nich, der alte Großknecht und die Schwester laufen Dir fort, die Braut rückt och aus – Du paßt höchstens in die große Stadt. Dort wirste noch als a Staatskerl gelten, dort gibt's viele solche Knöppe wie Du einer bist!«
Heinrich sah auf.
»Weißt Du nicht sonst noch ein paar Witze, Mathias?«
»Witze sind das nich, Heinrich! Sieh mal, darauf kannste nu Gift nehmen: die allermeisten Menschen sind riesig dumm. Ich och und Du erst recht! Ich alter Esel rück' aus, weil mir was nich paßt, und Du junger Kerl sitzt dort, wo für Dich 's meiste Pech hingeschmiert is. Und das sag' ich Dir: die Schräger-Lotte hat zehnmal mehr Verstand im Leibe, wie Du und ich zusamm'n.«