Ein andermal kam Hannes zu Heinrich, legte ein Paket auf den Tisch und sagte:

»Da! Es ist Wurst! Es ist a Schiff von Hause gekommen, und da haste die Hälfte!«

Heinrich sah ihn unwillig an.

»Wer heißt Dich das, Hannes?«

»Niemand! Ich selber! Ich will mich auch amal nobel machen, weil Du mich doch immer freihältst.«

»Du nimmst das Zeug wieder mit, Hannes! Ich hab' genug zu essen!«

»Ich och! Und zu trinken och! Und für mich braucht keen Mensch mehr zu bezahl'n, wenn Du das nich nimmst; ich hab' meine Löhnung. Verstehste?!«

Heinrich mußte die Wurst behalten; aber an dem Abend, da er davon aß, konnte er nicht studieren. So schenkte er den ganzen Vorrat seiner Wirtin. –

Als das Frühjahr kam, wurde Heinrich unruhig: der Bauer regte sich in ihm. Täglich dachte er an die Feldarbeiten, für die nun die Zeit gekommen war, und einmal ging er soweit spazieren, bis er einen pflügenden Bauer traf. Dem sah er länger als eine halbe Stunde zu. Langsam und in tiefen Gedanken ging er dann noch am Oderfluß entlang, und als er heimkam, schrieb er an Mathias, er solle einstweilen seine Bemühungen um den Verkauf des Buchenhofes einstellen. Er selbst werde allerdings nie nach Hause zurückkehren, aber es könne doch sein, daß er für den Hof noch eine andere Bestimmung träfe. – So kam die Zeit des Examens heran. In den letzten Monaten arbeitete Heinrich mit Anspannung aller Kräfte, und sein Gesicht wurde blaß und schmal. Die Hände waren längst wieder weiß und weich.

Einige Zeit später erhielt Hannes wieder ein Telegramm. Er erschrak abermals heftig, beschloß aber, sich diesmal in keine vorzeitige Trauer zu stürzen, sondern öffnete und las: