Lus. Ich liebe mein Vaterland, und werde nie als ein undankbarer Sohn wieder meine landesmütterliche Erde streiten.
Edu. Mein liebster Lusian, hör die Vernunft! Dein Vaterland zwingt mich zum Kriege. War nicht die dreiste Antwort des Senats eine neue Beleidigung? —— Ich muß die Ehre meiner Krone rächen.
Lus. Schenken mir Eure Majestät wenige Tage, lassen Sie indeß ihre Waffen ruhn, und ich übergebe Ihnen ohne Schwertstreich friedsame Städte, die um ihren Schutz flehen sollen. ——
Edu. Da ist meine Hand! Ich kenne deine Treue!
Lus. Ich will mein Vaterland dem schändlichen Joch entreissen, unter dem es so lange seufzt. Stolze, grausame Senatoren haben die Gesetze vertilget, und ihren Eigensinn zum Orakel gemacht. Verflucht sey das Gesetzbuch der Despoten! —— Unter Eurer Majestät gütigen Zepter soll die glückliche Heerde ruhen! — Ich weis gewiß, daß der großmüthige Eduard nicht ein Land unterdrücken wird, das sich ihm freywillig ergiebt.
Edu. Es soll mein Vaterland werden! — Landsmann Lusian grüsse deine Mitbürger in meinem Namen!
Scene.
(Ein Platz der Stadt. Lusian, viele Senatoren, bewaffnete Bürger, Krieger, und ein unzähliges Volk, das von allen Seiten zudränget. Auf dem Platz ist ein feuriges Gefecht. Hin und wieder werden einige Haufen zu Boden geschleudert: In der Ferne hört man Schüsse, und einen schrecklichen Lermen. Die Krieger reissen die Senatoren aus den Häusern. Lusian fliegt daher mit blutigem Schwert. Die Fackeln verschwinden, und es wird Tag.)
Lus. Schonet das Blut! —— Meine Brüder, besänftiget Euch! —— Schützet die Freyheit! —— Führt die Senatoren in das Gefängniß! —— Ihr Tyrannen fort!
Einige Senatoren. Hülfe! —— Freunde! —— Bürger! Hülfe!