Nach so glücklichen Siegen, und so häufigen Eroberungen kannte sich der mächtige Eduard nicht mehr. Sein ganzer Charakter verwandelte sich. Eine übertriebene Eigenliebe beherrschte ihn. Seine Leutseligkeit und Güte verschwand. Die Schmäucheleyen kriechender Hofschranzen vergrösserten täglich seinen Hochmuth. Er kannte nur seinen umschränkten Willen. Er schrieb den Nachbarn willkürlich Gesetze vor. Er gebot als Monarch seinen Bundesgenossen. Er sah auf seine Unterthanen wie auf verächtliche Sklaven herab, und wollte von der ganzen Erde gefürchtet und angebetet seyn. Alidia, und ihre Speichellecker umringten ihn stäts, verscheuchten seine patriotischen Räthe, und Freunde, und verdrängten alle treuen Diener des Vaterlands. Fremdlinge flößten in sein Herz Grundsätze einer schwarzen Politik, die alles gewaltsam zertrat, und alles hungrig verschlang. Das arme Volk fühlte die eiserne Ruthe des despotischen Eigendünkels eines Tyrannen. Alidia war alles in allem. Sie schlich sich so in sein Herz, daß er beschloß sie zur Königin zu erheben. Alle Feste des Hofes wurden ihr mit schwelgerischem Aufwande gefeyert, und alles staunte die glänzende Sonne an, die an der Seite Eduards glänzte.

Pantomime.

Ein offener Gartensaal.

Der König, viele Höflinge, Damen, Ankart der Finanzminister, und hernach Losin.

Viele Damen und Kavaliere sitzen beym Frühstück. Der König geht auf und ab, und liest in einem Briefe, lächelt, hält die Hand auf die Stirne und denkt nach. Er blickt auf einen andern Brief, fährt freudig auf, und erblickt seinen Finanzminister, der sich nur beugt, und ihn nicht stöhren will. Der König nimmt einen Schwamm, läßt ihn wohl anschwellen, indem er zu allen Springquellen eilet, und dann drückt er den Schwamm auf einem Waschbecken, welches er in einen Schrank stellt. Ankart bemerkt alle Geberden, neigt sich, und geht. Der König liest weiter. Losin trit auf, will wegen gegenwärtiger Gesellschaft wieder abtreten. Der König winkt ihm, führt ihn zur Gartenebne, und haut mit einem Stäbchen alle Mohnköpfe von den Blumenbeeten ab. Losin überlegt diese Handlung ein wenig, verbeugt sich ehrfurchtsvoll, und eilt fort, bringt eine Schrift, Wachs und Licht. Der König drückt sein Siegel auf, und Losin nimmt Abschied. Die Gegenwärtigen staunen über die Räthsel, und über die Art des Königs seine geheimen Befehle zu ertheilen. Der König kehrt freudig zur Gesellschaft[16].

Scene.

(Der Narr kommt mit einer Rolle und singt.)

Beliam.

Dieß wird getauft:

Etwas zum Lachen,