(Der Anführer spricht heimlich mit seinen Brüdern.)

Alle. Wir wollen!

Anfüh. Gieb uns dein Ehrenwort, unsere treuen Dienste königlich zu belohnen!

Edu. So wahr ich König bin, will ich Euch nach Verdiensten belohnen! Folgt mir.

Tagebuch.
Eines Kriegers aus Eduards Lager.

Wir zogen aus, und suchten den Feind auf. Wir überfielen Rudolphs Lager unvermuthet. Der Sieg war entscheidend. Wir eilten gegen die Hauptstadt, nahmen auf dem Wege zehen Festungen ein. Wenige hielten die Belagerung aus. Rudolph hatte die Ueberbleibsel seiner Völker mit den Geschwadern der Bundesgenossen vereiniget, und es kam zum blutigen Treffen. Rudolph entwich aus seinem Königreich, und sein Heer wurde gänzlich zerstreut. Nicht glücklicher gieng es seinen Bundesgenossen. Die benachbarten Staaten hatten indeß zu ihrer Sicherheit ihre Städte befestiget, und ihre Grenzen in Vertheidigungsstand gesetzt. Eduard betrachtete dieß als eine stille Kriegserklärung, überraschte sie, und unterwarf seinem Zepter Länder und Städte. Er flößte durch seinen Ruf so viel Schrecken in alle Gemüther, daß sich alles ergab. Unter diesen beständigen Kriegen entkräftete er seine eignen Staaten; die Gesetze entschliefen, die Städte und Dörfer wurden entvölkert; die Künste und Wissenschaften verfielen, und die Ackerpflege ward vergessen. Seine weitschichtigen Länder schmachteten im Elend. Er eilte zurück. Er hatte überall gefährliche Aufruhren zu dämpfen, geizige Statthalter zu demüthigen, und es wurden endlich seine eignen Krieger seines unersättlichen Ehrgeizes müde.

Brief.
Alsin an Eduard.

Ich schreibe dir, denn eine Unpäßlichkeit verzögert meine Reise. Ich will hingehen, so sagte ich, ich will vor meiner Auflösung eilen, Ihn das letztemahl zu sehen, zu segnen, und durch die Rechte der Menschlichkeit um den Frieden beschwören. Ich werde meine grauen Haare über Ihn streuen, und ihn mit Thränen bethauen. O Fürst, O mein Eduard, will ich sagen, gieb deinem armen Volke den Vater zurück! —— In diesen süssen Gedanken begann ich meine Reise, welche Reise war das! —— Ueberall sah ich das Bild der Zerstörung; jeden Schritt netzte ich mit meinen Zähren. ——

Nachtgedanken.

O kühles Grab, du Trost der Sterblichen!