Am. Ich bin ein Geigenmacher, und reise auf meine Kunst.
Liesch. Ich muß für dich dreyhundert —— nein zweyhundert will ich sagen —— ja richtig zweyhundert Küsse zahlen, schenk mir aus Erkenntlichkeit eine Geige von deiner Arbeit, denn du bist so artig, daß deine Geigen viel Harmonie versprechen.
Am. Ich will Euch die Liebesgeige schenken. Singt mir indeß euer Lieblingslied. Ich beginne die Arbeit. Seht das Meisterstück. Wenn man sie spielt; so macht ihre Wunderkraft alle Zuhörer tanzen. Sammelt Geld, das sey euer Hochzeitgeschenk.
Scene Extempore.
Amor verschwindet. Fritz und Lieschen erscheinen in der Stadt mit der wunderbaren Liebesgeige. Sie sehen viel Volk auf dem Markte, und hoffen Gewinn. Fritz geigt, alles tanzt. Sie eilen bis zum Gerichtsplatze. Das Volk, die Krieger beginnen zu tanzen. Die Freunde Losins spähen von ferne, nützen den glücklichen Augenblick, und bringen den Verurtheilten in Sicherheit. Der Pöbel tanzt fort. Fritz und Lieschen bereichern sich, feyern ihre Hochzeit, und kehren in das Dorf, wo noch jährlich alle gesunden Beine den Einfluß der magischen Liebesgeige fühlen.
Scene.
Lusian. Marsis.
Lus. Edler Marsis meinen Abschiedskuß!
Mars. Auch Lusian verläßt uns, da uns alle Patrioten fliehen ——
Lus. Ich will als ein rechtschafner Mann zu Grabe gehen. Eduard mag seine chimärische Universalmonarchie selbst ausfechten. Ich bin ein Kerl, der sein Vaterland liebt, nie soll mich der Ehrgeiz zum Unmenschen machen! Wir fallen wie hungrige Tyger über unschuldige Nationen her; was sich nicht knechtisch beugt, wird mit Füssen getreten. Gott im Himmel, wir stinken von Menschenblut! —— Leb wohl!