Edu. Ich bin Herr über meine Eroberungen ——
Mars. Die Beute des Glücks, willst du sagen, aber mit wessen Kräften erwarbst du sie? Dein Arm allein? —— O fürchte den Eigensinn des Glücks! Sieh, mitten unter deinen Siegesgeprängen geht das Vaterland zu Grunde!
Edu. Geh aus meinen Augen! Ich will dich vergessen ——
Mars. Ich vertheidige das Recht der Menschlichkeit ——
Edu. Deine Pflicht ist zu schweigen!
Mars. Ich eifre für deine Ehre ——
Edu. Es ist schön den Donner, den man schleudern könnte, zurückzuhalten; aber geh meinem Jähzorne aus dem Wege! Eil! Entweich! Mein Bogen ist gespannt! Meine Pfeile ——
Mars. Schrecken mich nicht! Denn ich bettle hier nicht um Gnaden. Durchbohr diese Brust, die sich so oft dem Feinde bloßstellte, um dein Leben zu beschützen; es reut mich keine That; aber dein Undank schmerzt mich. Du hast alles vergessen, du bist izt ein liebloser Egoist. Du lebst dir! Die ganze Welt soll dein Fußschemmel werden. Du tritst alles mit Füssen; verachtest alle Menschen, und liebst nur dich selbst! Du vergiessest Menschenblut wie Wasser, um deinen unersättlichen Ehrgeitz zu befriedigen. Du verwandelst die Welt in eine Brandstäte, um deinen Groll an jedem Nachbar zu weiden; aber zittere, es wacht eine Vorsicht, sie wird dich herabstürzen und demüthigen!
Trauerspiel.
(Eduard zieht wüthend den Degen, und ersticht den Marsis. Die Wachen eilen herzu, und unterstützen den Sterbenden. Eduard sieht kaum seinen Freund bluten; so schleudert er den Degen weg, und steht versteinert. Plötzlich stürzt er sich in die Arme des Marsis)